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Juncker enttäuscht von der Schweiz

Europapolitik Nach dem Streit um die Anerkennung der Börse hat sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gestern erstmals über das abgekühlte Verhältnis zur Schweiz geäussert. Er habe seit Amtsantritt achtmal mit Bundespräsidenten gesprochen. Dabei sei ihm mehrere Male der institutionelle Rahmenvertrag versprochen worden. Juncker: «Trotzdem bleibe ich ein Freund der Schweiz». Dies, obwohl er im Urlaub festgestellt habe, dass immer, wenn er «Eidgenossen» begegne, diese doch «ein getrübtes Bild der Tiefe meiner Persönlichkeit haben», so der 63-jährige Luxemburger. Schuld daran hätten seiner Meinung nach die Schweizer Regierung und die Medien, die einen Bild von ihm entworfen hätten, «das in keinerlei Weise der Wirklichkeit entspricht». Juncker dürfte auf Presseberichte im Zuge seines Bern-Besuchs vom vergangenen November anspielen, wo suggeriert wurde, er käme lediglich in die Schweiz, um die 1,3 Milliarden Franken Kohäsionszahlungen einzukassieren. Diese Berichte und die Tatsache, dass der Bundesrat kurz nach der Visite Junckers Zeitplan zum Rahmenabkommen über den Haufen geschmissen hat, haben den Kommissionschef dazu veranlasst, die Anerkennung der Schweizer Börsen-Regeln bloss provisorisch anstatt unbefristet zu beantragen. (rhb)

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