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Jets kosten Belgien die Hälfte

Remo Hess, Brüssel

Luftwaffe 34 neue Kampfjets will die belgische Armee anschaffen und «bloss» 3,6 Milliarden Euro ausgeben. Zum Vergleich: Der Schweizer Verteidigungsminister Guy Parmelin schlug kürzlich dem Bundesrat vor, für 30 bis 40 neue Maschinen sechs bis acht Milliarden Franken einzuberechnen. Leistet sich die Schweiz eine Gold-Variante oder kauft Nato-Mitglied Belgien einfach zu günstigeren Konditionen ein? Die ­Antwort ist kompliziert. Bei den 3,6 Milliarden Euro handle es sich «um eine grobe Schätzung», sagt der belgische Verteidigungs­experte André Dumoulin. Die Spezifikationen an Bewaffnungssystem und Sensoren, die Kosten für Unterhalt und Ausbildung würden schwer ins Gewicht ­fallen. Inwiefern diese in den 3,6 Milliarden enthalten seien, sei noch nicht abschätzbar.

Das Eidgenössische Vertei­digungsdepartement (VBS) wollte sich nicht zu den Details der Schweizer Berechnungsmethode und zum Beispiel Belgien äussern. Es sei aber geläufige Praxis in der Schweiz, bei Beschaffungen jeweils den Systempreis, also die totalen Kosten anzugeben. Internationale Vergleiche von Rüstungsprojekten sind aber auch deshalb schwierig, weil es darauf ankommt, wer wem wann genau ein Angebot macht. Freundschaftspreise und Rabatte sind möglich. Frankreich schlägt Belgien mit dem Rafale von Dassault Aviation etwa gleich eine längerfristige, strukturierte Militärzusammenarbeit über ein bilaterales Abkommen vor. Das europäische Gemeinschaftsunternehmen Eurofighter würde hingegen zwei Produktionsstätten für den Typhoon in Belgien ansiedeln. Der Wunschkandidat der belgischen Militärs, der US-High-Tech-Jet F-35, hätte den Vorteil, dass zum Produzenten bereits eine etablierte Beziehung besteht: Lockheed Martin lieferte und unterhält die F-16, die derzeit in der belgischen Luftwaffe ihren Dienst tun. Zudem haben etliche weitere EU-Länder den F-35 bestellt, was Synergien schafft und den Preis drückt. Entscheiden will sich Brüssel frühestens Mitte 2018.

Remo Hess, Brüssel

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