IV-Betrugsfälle nehmen zu

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Sozialversicherung Während die Zahl der zugesprochenen IV-Renten im vergangenen Jahr mit rund 14 000 stabil blieben, nahmen die Missbrauchsfälle zu. Laut dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) wurden 2016 1950 Ermittlungen abgeschlossen. Der Verdacht bestätigte sich in 650 Fällen – im Vorjahr waren es 540 gewesen. Das bedeutet ein Plus von 20 Prozent. Die Gründe sind unklar. Mit Interpretationen müsse man vorsichtig sein, heisst es beim BSV. Denn gezählt werden abgeschlossene Fälle, der eigentliche Missbrauch könne aber bis zu zwei Jahren zurückliegen. Verzögerungen oder Beschleunigungen in den Verfahren führen zu einer Verzerrung.

Dank der Missbrauchsbekämpfung wurden Einsparungen von 178 Millionen Franken erzielt, bei Kosten von rund 8 Millionen Franken. Nicht bei allen Missbrauchsfällen handelt es sich um Betrug im juristischen Sinne. Häufig liegen Fälle von Verletzung der Meldepflicht vor.

Erfolgreiche Sozialdetektive

270 Ermittlungen wurden nach einer Observation abgeschlossen. Bei 180 Fällen konnte ein Versicherungsmissbrauch nachgewiesen werden, gegenüber 140 Fällen im Vorjahr. Für eine Observation müssen konkrete Anhaltspunkte vorliegen, die Zweifel an gesundheitlichen Beschwerden oder Arbeitsunfähigkeit aufkommen lassen. Die Aufträge vergibt die IV an Ermittlungsfirmen. Sie arbeitet auch mit der Polizei zusammen. Die Ermittler beobachten die Versicherten im öffentlichen Raum. Im Ausland wurden bisher nur in Kosovo und in Thailand Observationen durchgeführt. Die Bekämpfung des Versicherungsmissbrauchs habe sich eingespielt, bilanziert das BSV. Die Aufbauphase sei nun beendet. Der Aufbau einer professionellen, einheitlichen Missbrauchsbekämpfung durch die kantonalen IV-Stellen hatte 2008 begonnen. (sda)

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