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Italienisch für Parlamentarier

Die neue Nationalratspräsidentin wird auf Italienisch durch Debatten führen. Für alle Volksvertreter gibt’s deswegen ein Büchlein mit Politbegriffen in der dritten Landessprache – damit sie mehr als nur Bahnhof verstehen.
Kari Kälin
Die designierte Nationalratspräsidentin Marina Carobbio. Bild: Anthony Anex/Keystone (Bern, 20. September 2018)

Die designierte Nationalratspräsidentin Marina Carobbio.
Bild: Anthony Anex/Keystone (Bern, 20. September 2018)

Die Sprachenfrage belebt die Bundesratswahlen. Plötzlich musste sich Hans Wicki rechtfertigen – weil der FDP-Ständerat aus dem Kanton Nidwalden an einer Pressekonferenz auf Französisch patzte. Auch der Zuger Ex-Anwärter Peter Hegglin (CVP) räumte ein, sein Französisch sei eingerostet.

Glänzen die Politiker unter der Bundeskuppel dafür con il loro italiano? Die parlamentarische Gruppe «Italianità», der 37 National- und Ständeräte aus allen Parteien und Landesteilen angehören, hegt offenbar Zweifel. Am Montag wird sie jedenfalls allen eidgenössischen Räten ein «Vademecum» im Taschenformat mit den wichtigsten Politbegriffen auf Italienisch verteilen, inklusive Übersetzung auf Deutsch und Französisch. «La ­seduta è aperta», die Sitzung ist eröffnet, lautet der erste Satz im kleinen Nachschlagewerk. Man erfährt weiter, dass «consigliere federale» Bundesrat oder «votazione sul complesso» Gesamtabstimmung heisst.

Einen Begriff werden sich bürgerliche Sparpolitiker garantiert im Eiltempo einprägen: «freno alle spese», Ausgabenbremse. In der Wintersession steht nämlich die Budgetdebatte auf dem Programm.

Carobbio macht es in der Muttersprache

Der Grund für die Italienisch­offensive ist eine Personalie. Am Montag wird der Nationalrat ­Marina Carobbio zur neuen Nationalratspräsidentin küren. Die Tessiner SP-Frau hat angekündigt, die Sitzungen auf Italienisch zu leiten – doch nicht alle Volksvertreter sind der dritten Landessprache mächtig. Wenn sie sich die Vokabeln nicht rechtzeitig merken, besteht immer noch die Möglichkeit, auf den Übersetzungsdienst zurückzugreifen. Die Gefahr, dass die Politiker bei Abstimmungen den falschen Knopf drücken, scheint gebannt. Die parlamentarische Gruppe «Italia­nità» beklagt nicht die ausbau­fähigen Italienischkenntnisse der eidgenössischen Räte. Vielmehr versteht sie ihr Taschenbüchlein als sympathische Geste zur Stärkung der italienischen Sprache im Parlament. Passend dazu schreiben die beiden «Italianità»-Co-Präsidentinnen Roberta Pantani (Lega, TI) und Silvia Semadeni (SP, GR) im Vorwort: «Man sagt, Italienisch sei eine musikalische Sprache. Dieses Vademecum ist das Notenblatt, mit dem man unserer Dirigentin folgen kann.» Selbstverständlich betont die Gruppe auch den Wert der dritten Landessprache. «Sie erhält bei der parlamentarischen Arbeit nicht immer den Raum, die sie verdient», sagt Semadeni.

Ihr Italienisch ist bereits zum Einsatz gekommen

Übrigens: Gänzlich unvorbereitet werden die Nationalräte nicht mit der neuen Situation konfrontiert. Wenn Carobbio, bis anhin Nationalratsvizepräsidentin, Dominique de Buman (CVP)vertrat, führte sie bereits auf Italienisch durch die politischen Geschäfte – durchaus zur Freude anderer Parlamentarier. «Ich finde das toll», sagt zum Beispiel der Nidwaldner SVP-Nationalrat Peter Keller.

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