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Ist die Dürre jetzt vorbei? Antworten auf die wichtigsten Fragen nach dem heftigen Gewitter in der Ostschweiz

Endlich Regen! Doch war das gestrige Gewitter nur ein Tropfen auf den heissen Stein? Oder bringt es tatsächlich Entspannung? Wird das Feuerverbot in der Ostschweiz jetzt aufgehoben? Und dürfen die Thurgauer Landwirte wieder Wasser aus Flüssen und Seen entnehmen? Die Antworten auf die 7 wichtigsten Fragen.
Rossella Blattmann/Stephanie Martina
Trotz Regen bleibt es in der Ostschweiz trocken und dürr. (Bild: Keystone)

Trotz Regen bleibt es in der Ostschweiz trocken und dürr. (Bild: Keystone)

1. Wie viel Regen ist während des Gewitters am
Schweizer Nationalfeiertag gefallen?

Den Rekord hält die Stadt St.Gallen. Wie Nicola Möckli von MeteoNews sagt, sind in der Kantonshauptstadt pro Quadratmeter 63 Liter Regen gefallen – so viel wie nirgends sonst. Allgemein hat es in der Ostschweiz am 1. August mehr Niederschlag gegeben als in der übrigen Schweiz. Im Kanton Thurgau liegt der Spitzenwert bei 52 Liter pro Quadratmeter.

2. Wird das totale Feuerverbot in der Ostschweiz nun aufgehoben?

«Nein, vorerst noch nicht», sagt Marco Baumann, Leiter der Abteilung Wasserbau und Hydrometrie beim Amt für Umwelt des Kantons Thurgau. «Es muss über eine längere Zeit hinweg flächendeckend regnen», sagt er. «Am Montag tagt der Trockenheitsstab des Kantons Thurgau. Dann wird entschieden, ob das absolute Feuerverbot aufgehoben wird oder nicht.»

Auch im Kanton St.Gallen gilt das absolute Feuerverbot bis auf weiteres. Mediensprecher Thomas Zuberbühler sagt: «Weil die Böden sehr trocken sind, konnten sie nur wenig Wasser aufnehmen, das meiste ist abgeflossen. Daher bleiben die Böden trocken und das Feuerverbot in Kraft.»

3. Ist der Wasserpegel der Ostschweizer Gewässern nun wieder gestiegen?

«Der Pegel ist durch den Regen von letzter Nacht zwar schnell angestiegen, aber genauso schnell wieder gesunken», sagt Baumann. Dies sei bei sämtlichen Wasserpegeln der Gewässern der Fall gewesen. Aufgrund des heissen und trockenen Wetters in den nächsten Tagen sei es auch nicht wahrscheinlich, dass die Pegel wieder stiegen.

4. Wird das Wasserentnahme-Verbot im Kanton Thurgau jetzt aufgehoben?

Marco Baumann vom Amt für Umwelt des Kantons Thurgau sagt: «Nein, vorerst nicht.» In der vergangenen Nacht habe es zwar lokal viel geregnet. «Doch für eine Aufhebung des Wasserentnahme-Verbots müsste es – wie beim Feuerverbot – über mehrere Tage hinweg flächendeckend regnen.» Wann dies der Fall ist, bleibt momentan noch unklar.

5. Bäume lassen wegen der Dürre ihre Blätter fallen und manch ein Wald hat bereits herbstliche Züge. Erholen sich die Ostschweizer Bäumen wieder?

Daniel Böhi, Leiter des Forstamtes des Kantons Thurgau, sagt: «Im Thurgau sind aufgrund der Trockenheit noch keine Bäume abgestorben.» Es sei aber durchaus möglich, dass Bäume sterben, wenn das Wetter weiter so heiss bleibt. «Die Bäume leiden momentan extrem. Sie stehen unter einem grossen Trockenheitsstress.» Es komme darauf an, wie sich die aktuelle Wetterlage entwickle, und auch, wo ein Baum stehe. Zudem seien gewisse Bäume empfindlicher als andere: «Die Buche reagiert zum Beispiel viel empfindlicher auf die Trockenheit als die resistente Eiche.»

6. In diesen Tagen fällt das Quecksilber in der Ostschweiz auch nachts kaum noch unter die 20-Grad-Marke. Weshalb blieben wir bisher von Tropennächten verschont?

«In den Wochen war der Himmel nachts klar, daher gab es nur selten Tropennächte», erklärt Nicola Möckli, Meteorologe bei MeteoNews. Die Hitze könne vom Boden abstrahlen, so dass in tiefen Lagen ein Kaltluftsee entstehe, eine Ansammlung kalter Luft. «Da diese kalte Luft sehr tief liegt, kommt es in höheren Lagen wie in Appenzell und St.Gallen häufiger zu Tropennächten, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt.»

7. Obwohl sich Hitzetag an Hitzetag reiht, ging am
1. August erstmals ein heftigeres Gewitter nieder. Weshalb gibt es kaum Sommergewitter?

Meteorologe Nicola Möckli erklärt: «In den letzten Wochen war die Luftschichtung der Atmosphäre sehr stabil. Weil die Luft in der Höhe warm war, konnte die untere, ebenfalls warme Luft nicht aufsteigen.» Wenn hingegen die Atmosphäre labil und die Luft in höheren Lagen kalt seien, könne die warme Luft leichter aufsteigen. Gewitter würden immer dann entstehen, wenn warme und kalte Luftströme aufeinander treffen würden. «Das war am 1. August der Fall», sagt Möckli.

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