Isabelle Moret wird höchste Schweizerin statt Bundesrätin

Isabelle Moret kandidierte als erste aktive Mutter für die ­Landesregierung. Nun wird sie Nationalratspräsidentin.

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Isabelle Moret wünscht sich mehr Frauen in Verantwortungspositionen.

Isabelle Moret wünscht sich mehr Frauen in Verantwortungspositionen.

Bild: Keystone

(sda) Gleichstellung Isabelle Moret ist seit 13 Jahren Mitglied des Nationalrats. Die Freisinnige aus der Waadt steht in gesellschaftlichen Fragen progressiv, in Sicherheits- und Wirtschaftsfragen rechts. Sie wird heute zur Präsidentin der grossen Kammer gewählt. Die bald 49-Jährige wird nach mehr als zwanzig Jahren politischen Engagements die erste waadtländische Frau sein, die den Nationalratsvorsitz übernimmt. Sie folgt auf die Tessinerin Marina Carobbio (SP).

In Bern engagiert sich Moret «aus Überzeugung für Gesundheit, Beschäftigung, Klima und Lebensqualität». Als Mitglied der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) beschäftigte sie sich mit zwei grossen Herausforderungen der Zukunft – den Renten und den Krankenkassenprämien. Die zweifache Mutter bezeichnet die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als einen ihrer Schwerpunkte. Dies werde eines der Schlüsselthemen ihres Amtsjahres, sagt sie. Moret wünscht sich mehr Frauen in Verantwortungspositionen, auch wenn sie die Quotenregelungen nicht unterstützt. Sie plädiert für Lohngleichheit, die Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen und Kinderbetreuungskostenabzüge.

Moret kam sehr jung zur Politik. Nach der Ablehnung des EWR 1992 trat sie der FDP bei. 1995 machte sie das Fürsprecher-Diplom in Bern. Mit 28 Jahren wurde Moret 1999 in den Waadtländer Grossen Rat gewählt, sieben Jahre später in den Nationalrat.

Die mehrsprachige Politikerin zählt zu ihren Stärken die Kompromissfähigkeit und ihre Fähigkeiten als Brückenbauerin. Im September 2017 gelang es ihr jedoch nicht, die Bundesversammlung bei der Bundesratswahl von sich zu überzeugen. Sie blieb mit 28 Stimmen weit hinter dem gewählten Ignazio Cassis und dem Zweitplatzierten Pierre Maudet zurück. 

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