IS-Verdacht: Haft bestätigt

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Justiz Die Bundesanwaltschaft ermittelt derzeit gegen mehrere Familienmitglieder aus einem Waadtländer Dorf wegen Terrorismusverdachts. Es handelt sich um einen Jugendlichen, seine Mutter und seine Tante sowie den früheren Partner der Mutter. Ausgangspunkt der Ermittlungen waren Hinweise von Europol vom Oktober 2016 über verdächtige Transaktionen zur Finanzierung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Mutter wurde am 5. September in Nyon verhaftet. Sie wehrte sich gegen die dreimonatige Untersuchungshaft, blitzte nun aber vor dem Bundesstrafgericht ab. Im Zentrum der Vorwürfe steht eine Überweisung von 6407.45 Dollar in die Türkei. Das Geld soll an einen Mann geflossen sein, der seinerseits mit einer Person zusammenarbeite, gegen welche die US-Behörden wegen Finanzdienstleistungen für den IS ermittelten. Hinzu kommt die Aussage einer französischen Zeugin, welche die beiden Schwestern in Syrien getroffen haben will. Sie sagte aus, die beiden Frauen hätten ein Attentat geplant. Die Mutter bestreitet die Vorwürfe der BA auf ganzer Linie. Bei der Geldüberweisung habe sich um eine humanitäre Hilfeleistung gehandelt. Der Sohn wird hingegen verdächtigt, dass er sich dem IS anschliessen wollte. Bei einer Polizeiaktion im vergangenen März wurde eine junge Französin festgenommen. Es soll sich um die Freundin des Sohnes gehandelt haben. Das Bundesamt für Polizei stufte sie als Sicherheitsrisiko ein, verwies sie des Landes. (bbp)