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INITIATIVE: «‹No Billag› gefährdet die Wissenschaft»

Die Akademien der Wissenschaften zeigen, welche Konsequenzen eine Annahme hätte.

Nicht nur für die Gesellschaft hätte die Annahme der No-Billag-Initiative weitreichende Folgen – auch für die Wissenschaft. Das schreiben die Akademien der Wissenschaft Schweiz, die in ­Zusammenarbeit mit Medien­experten allfällige Konsequenzen für Bildung und Wissenschaft untersucht haben.

Die Akademien erwarten, dass sich beim Wegfall der SRG und damit des Service-public-Auftrags privat finanzierte Medien primär an den Interessen der Werbewirtschaft orientieren – am kurzfristigen Publikumsinteresse, an Unfällen und Verbrechen und weniger an für die Gesellschaft relevanten wissenschaftlichen Zusammenhängen. «Es ist mit einer Verkürzung und Verein­fachung wissenschaftlicher Themen zu rechnen.» Statt Hintergrund nur noch Nutzwert und praktische Ratschläge. Die Themenvielfalt, die in Zeiten der ­Medienkonzentration ohnehin schon eingeschränkt sei, würde weiter leiden. «Besonders stark werden sich die Nachteile in den Regionen der Sprachminderheiten auswirken.»

Ein kritischer, sachkundiger Wissenschaftsjournalismus sei für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft essenziell. Mit einer Annahme der Initiative werde dieser Dialog zu Themen wie Digitalisierung, Umwelt, Medizin und Migration gefährdet. Bei Fernseh- und Radiostationen gäbe es bei einer Annahme kaum noch Wissenschaftsjournalisten. «Diese produzieren einerseits Wissenschaftssendungen und bringen andererseits ihre Ex­pertise auch in die allgemeinen Informationssendungen ein. Diesen Service public werden und können private Fernseh- und ­Radiostationen nicht leisten», schreiben die Akademien. Gemäss Initiativtext würde der ­Bildungsauftrag beendet. Eine Schwächung der Bildung schade der Wissenschaft. Weniger Menschen würden wissenschaftliche Berufe wählen und das Grundverständnis in Sachfragen würde bei der gesamten Bevölkerung leiden.

Private TV- und Radiostationen würden kaum spezialisierte Wissenschaftsjournalisten anstellen, womit die Qualität der Berichte gefährdet sei. Um die Legitimität der Forschung zu zeigen, seien regelmässige Wissenschaftsberichte sehr wichtig. Internationale Medien würden in der Schweiz an Bedeutung gewinnen, die nicht nach Experten aus der Schweiz nachfragen. «Die medial geführten Debatten werden stärker von Experten aus dem Ausland geprägt», schreiben die Akademien. (Kn.)

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