Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Im Visier von Trump

USA Der Name ist irreführend: Public Broadcasting Service (PBS) nennt sich der amerikanische Fernsehsender, dessen Hauptsitz sich in einem Vorort von Washington befindet. Übersetzt heisst das in etwa: ein Fernsehservice für das ganze Volk. Dabei ist PBS kein öffentlich-rechtlicher Sender im klassischen Sinn. Dies hängt mit der komplexen Struktur zusammen, mit der das nationale Parlament in den späten Sechzigerjahren die Finanzierung von nichtkommerziellen Fernseh- und Radiostationen auf neue Beine stellte. Repräsentantenhaus und Senat riefen die Corporation for Public Broadcasting (CPB) ins Leben, ein gemeinnütziges Unternehmen, dessen Betrieb vollumfänglich mit Bundesmitteln finanziert wird.

Im vergangenen Finanzjahr bekam die CPB insgesamt 495 Millionen Dollar. Das Unternehmen behält allerdings nur rund 22 Millionen Dollar, die restlichen Mittel verteilt die Radio- und Fernsehgesellschaft an die sogenannten Mitgliedstationen: 1136 Radiosender und 362 Fernsehstationen, die unabhängig sind und keine kommerziellen Interessen verfolgen. Die beiden landesweit bekannten Stationen PBS (Fernsehen) und NPR (National Public Radio) dienen dabei als Dienstleistungszentren, die Programme herstellen, die von sämtlichen Stationen ausgestrahlt werden können. Einige Mitgliederstationen – gerade im ländlichen, strukturschwachen Raum – finanzieren ihren Betrieb vollständig aus Bundesmitteln, auch weil sie auf klassische Werbespots verzichten.

Unbestritten ist dieses Modell nicht. Konservative Amerikaner vertreten schon lange die Meinung, dass PBS und NPR – Begriffe, die stellvertretend für die CPB-Mitgliederstationen stehen – Propagandasender der Demokraten seien und keine Unterstützung durch Steuergelder mehr verdienten. Die Regierung von Präsident Donald Trump teilt diese Meinung und will gemäss ihrem Budgetvorschlag fast sämtliche Zuschüsse an die CPB streichen. «Dies würde den Kollaps des öffentlichen Mediensystems einleiten», sagt die CPB-Chefin Patricia Harrison. Bisher ist es aber offen, ob der Wunsch der Regierung Trump umgesetzt wird.

Renzo Ruf, Washington

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.