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«Im Ständerat tummeln sich die Goldfische»

Anita Fetz, 62 Jahre, SP/BS. Fetz war seit 2003 als Ständerätin in Bern. Zuvor war sie Nationalrätin, von 1999 bis 2003 für die SP und von 1985 für bis 1989 für die POC
Dominic Wirth

«Ich war gerne Politikerin, aber jetzt ist es gut, dass etwas Neues kommt. Ich habe gemerkt, dass die 14-Stunden-Tage anhängen. Ich habe ja nebenher immer in meiner Firma für Personalentwicklung gearbeitet, weil ich ökonomisch unabhängig sein wollte vom Mandat. Dass man Verwaltungsratsmandate annimmt als Politiker, finde ich daneben, ich habe solche Anfragen abgelehnt. Schliesslich ist man als Politikerin dem Gemeinwohl verpflichtet.

Wenn ich zurückblicke auf die vielen Jahre im Bundeshaus, dann kommt mir kein einzelner Erfolg in den Sinn, auf den ich jetzt unglaublich stolz wäre. Eher würde ich sagen, dass ich viele kleine Siege feiern konnte. Etwa im Bereich der Bildung und Forschung. Als ich angefangen habe, in jungen Jahren, da war es als Linke viel schwerer in Bern als heute. Damals gab es einen starken bürgerlichen Block. Dagegen gab es für uns fast kein Ankommen. Der Siegeszug der SVP hat es für die SP einfacher gemacht. Sie hat das bürgerliche Lager gespalten. Daraus ergeben sich für uns viele Möglichkeiten, um Allianzen mit der CVP oder der FDP zu schmieden.

Ich war im National- und im Ständerat, und ich würde es so beschreiben: Der Nationalrat ist ein Haifischbecken, im Ständerat tummeln sich die Goldfische. Der Umgang ist viel angenehmer, man muss nicht immer gleich die Ellbogen ausfahren. Im Ständerat braucht man 80 Prozent der Energie für Inhalte und 20, um sich durchzusetzen. Im Nationalrat ist es umgekehrt. Allgemein hat sich das Klima verschärft. Der Kompromiss hat an Bedeutung verloren. Es geht oft um die Aufmerksamkeit. Gewisse Politiker investieren täglich zwei Stunden in ihre Social-Media-Profile. Das geht zulasten der Dossierkenntnisse. Eine schwierige Entwicklung.

Was jetzt kommt, ist noch offen. Ich werde sicher weiter arbeiten, ich bin nicht der Typ, der nichts tut. Aber ich will mir auch Zeit lassen, um herauszufinden, was mich noch interessieren könnte. Ich muss zuerst etwa abschliessen, bevor ich offen bin für Neues. Langweilig wird es mir bestimmt nicht.»

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