Im Gefolge des Papstes

Roma locuta. Rom hat gesprochen. Gestern wurde die Ernennung Bischof Kurt Kochs bekannt, ab heute arbeitet er bereits als päpstlicher Ökumeneminister in Rom. Manchmal geht's in der katholischen Kirche subito.

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Bischof Kurt Koch leitet seit heute den «Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen». (Bild: ky/Peter Schneider)

Bischof Kurt Koch leitet seit heute den «Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen». (Bild: ky/Peter Schneider)

Roma locuta. Rom hat gesprochen. Gestern wurde die Ernennung Bischof Kurt Kochs bekannt, ab heute arbeitet er bereits als päpstlicher Ökumeneminister in Rom. Manchmal geht's in der katholischen Kirche subito.

Die Berufung nach Rom hat sich für den Basler Bischof allerdings seit langem abgezeichnet. 2002 wurde er in den Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen berufen, und immer beflissener suchte er seither in der Schweiz gute Stimmung für päpstliche Verlautbarungen zu machen.

Nicht aus Karrierestreben, sondern aus persönlicher Überzeugung. Er fühlte sich dem Papst nahe. Wie dieser sucht er, unbequeme Entscheidungen mit theologischer Überzeugungsarbeit zu versüssen. Zudem haben beide einen gemeinsamen theologischen Schatten namens Hans Küng. Bei diesem Namen reagiert der sonst so empfindsame Bischof ausgesprochen empfindlich.

Kurt Koch weiss seit Februar, dass er für das Amt in Rom und Kardinalswürden vorgesehen ist. Seither wirkt er deutlich gelöster. Die Aufgabe als Basler Bischof hat ihn belastet. So unbeschwert er als Professor noch seine Gedankengebäude gezimmert hatte, so ungern wollte er sich mit den Gegebenheiten seines Bistums abfinden. Als Bischof hatte er es mit zehn Kantonen zu tun, mit einer religionsdemokratischen Artenvielfalt, die ihm Mühe bereitete.

Wo immer er aber seine Rolle als Amtsträger ablegen kann, kommt seine andere Seite zum Vorschein: Phantasie, Anteilnahme, Humor. Eigenschaften, die er in Rom gut brauchen kann. (J.O.)