Arch
«Ich hoffte eigentlich auf eine echte Wahl»

Die Gemeindebehörde für die Amtszeit 2010 bis 2013 ist in Arch bereits in Stiller Wahl gewählt (wir berichteten). Der Gemeinderat setzt sich aus vier Bisherigen und einem Neuen zusammen. Dieser ist im Dorf keineswegs ein Unbekannter.

Drucken
Bruno Fricker

Bruno Fricker

Grenchner Tagblatt

Jürg Amsler

Vor zwölf Jahren hat Bruno Fricker schon einmal versucht, damals noch für die SVP, einen Sitz im Gemeinderat zu erobern. Als amtierender Präsident der Primarschulkommission hat er damals den Sprung in die Behörde nicht geschafft. Jetzt hat es geklappt. Nicht, weil er neu für die BDP kandidiert, deren Sekretär er auch ist. «Ich bedaure, dass es SP/Parteilosen nicht gelungen ist, einen zweiten Kandidaten oder eine weitere Kandidatin aufzustellen. Ich habe mich nominieren lassen, um mich einer echten Wahl stellen zu können.» Bruno Fricker schiebt den Schwarzen Peter klar den Parteikontrahenten zu und will nichts wissen von «billigem Hineinschlüpfen in ein Amt». Ändern kann er an dieser Situation nichts. «Ich will versuchen, dass ich meine politische Erfahrung so gut wie möglich in den Gemeinderat einbringen kann.» Und solche hat er in der Tat aufzuweisen. «Ich wohne jetzt seit 20 Jahren in Arch und fühle mich seit jeher mit dem Dorf verbunden und diesem verpflichtet. Ich habe mich zwar nicht in Vereinen, dafür politisch engagiert», sagt der gebürtige Grenchner. Acht Jahr war er Mitglied der Primarschulkommission, wovon vier Jahre deren Präsident. Seit nun fast zwei Amtsperioden gehört Fricker der Finanzkommission an. Ab 1. Januar 2010 ist er Gemeinderat.

Nehmen, was übrig bleibt

Welchem Ressort er künftig vorstehen wird, ist noch nicht definitiv entschieden. «Fest steht, dass die BDP Anspruch auf das frei werdende Gemeindepräsidium erhebt. Dass ich das Amt von Rita Hedinger, die ihren Job übrigens hervorragend gemacht hat, übernehmen werde, ist eher unwahrscheinlich. Meine berufliche Tätigkeit würde ein solches Engagement gar nicht zulassen.» Bruno Fricker ist sich bewusst, dass die Bisherigen bei der Wahl der Ressorts ihre Präferenzen zuerst anmelden können.

Info

Am 25. Oktober sind in Arch nur noch die Mitglieder von vier Gemeindekommissionen an der Urne zu wählen.

Seit einiger Zeit pfeifen es zudem die Spatzen von den Dächern, dass der amtierende Vizegemeindepräsident, Christian Röthlisberger (BDP), in die Fussstapfen von Rita Hedinger - sie durfte wegen Amtszeitbeschränkung nicht mehr kandidieren - treten soll. «Wir werden das sicher innerhalb der Partei diskutieren und dann auch mit Urs Steinemann, dem Parteilosen auf der SP-Liste.» Er rechne aber kaum damit, dass der Finanzvorsteher höhere Ambitionen habe. Ebenso suchten die beiden übrigen BDP-Gemeinderäte, Marcel Moser (Bildung) und Rudolf Siegenthaler (Bau und Umwelt) nach Veränderungen. Bruno Fricker macht sich keine Illusionen: «Bei diesen Voraussetzungen werde ich wohl das Ressort Soziales von Christian Röthlisberger übernehmen müssen.»

Aktuelle Nachrichten