Hooligan-Kosten gehen zulasten der Vereine

Der FC Neuchâtel Xamax muss laut Bundesgericht bis zu 80 Prozent seiner Sicherheitskosten selbst übernehmen. Der Entscheid könnte Signalwirkung haben.

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Lausanne. Eingefleischte Fans, betrunkene Hooligans und der Einsatz von Feuerwerken haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Sportstadien der Schweiz bei gewissen Fussball- oder Eishockeyspielen zu Risikogelände verkommen. Dutzende von Polizisten und privates Securitas-Personal werden herangezogen, um die Sicherheit in den Stadien zu gewährleisten. Die Kosten für das Spektakel werden in erheblichem Umfange von der öffentlichen Hand getragen.

Vereine machten Rekurs

Der Kanton Neuenburg hat nun einen neuen Weg beschritten. Im letzten Juni beschloss der Staatsrat, dass die Vereine die der öffentlichen Hand anfallenden Kosten für die Sicherheit in den Stadien im Umfange von 60 bis 80 Prozent zu übernehmen haben. Der FC Xamax Neuenburg und der Eishockeyclub Neuenburg riefen gegen diesen Beschluss das Bundesgericht an. Mit der Übernahme dieser Kosten, so ihre Argumentation, würden nicht nur der Sport und die Sportförderung bestraft. Der Beschluss stelle vielmehr auch ihr wirtschaftliches Überleben in Frage. Zudem verstosse der Beschluss gegen das Gleichbehandlungsgebot, weil er nur für Sportanlässe, nicht aber für andere Grossveranstaltungen wie etwa das Neuenburger Winzerfest oder die Braderie (Volksfest) in La Chaux-de-Fonds gelte.

Sportanlass ein Sonderfall

Das Bundesgericht hat die Beschwerde vollumfänglich abgewiesen. Angesichts der Probleme mit Hooligans, die oft alkoholisiert seien und mit Rauchpetarden und Feuerwerken hantierten, rechtfertige es sich, für Sportgrossveranstaltungen eine besondere Kostenregelung zu erlassen, um die öffentliche Sicherheit zu gewähren. (tzi)