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Holländische Botschafterin über Nationalratssaal: «Dieser Saal ist voller Emotionen»

Für Vertreter anderer Staaten müssen die Schweizer Bundesratswahlen exotisch anmuten. Und doch sind die Botschafterinnen und Botschafter voller Faszination für die helvetische Form der Regierungsbildung.
Roger Braun
Botschafter unterschiedlicher Länder auf der Zuschauertribüne des Nationalrats. (Bild: Sven Altermatt)

Botschafter unterschiedlicher Länder auf der Zuschauertribüne des Nationalrats. (Bild: Sven Altermatt)

Bundesratswahl ist auch, wenn sich die Diplomaten unterschiedlichster Länder auf der Zuschauertribüne des Bundeshauses versammeln. Rund zwanzig Botschafterinnen und Botschafter waren dabei, als Viola Amherd und Karin Keller-Sutter in den Bundesrat gewählt wurden.

Einige davon waren sichtlich angetan vom Wahlprozedere, das so anders ist, als sie es von ihren Ländern kennen. Der vietnamesische Botschafter Pham Hai Bang applaudierte auffällig laut und strahlte über beide Ohren, als die beiden Bundesrätinnen vereidigt wurden.

Er habe die Schweizer Demokratie besser kennen lernen wollen, erklärte er seine Anwesenheit. Besonders beeindruckt äusserte er sich über die Reden der beiden scheidenden Bundesräte Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann. ««Ihre Aufritte haben gut gezeigt, mit welchem Engagement sie sich für die Interessen des Landes eingesetzt haben», sagt Pham Hai Bang.

Dankbarkeit und geteilte Freude

Die holländische Botschafterin Anneke Luwema spricht von einer «ganz speziellen Atmosphäre» an diesem Mittwochmorgen. Sie erwähnt den lauten Applaus, das Erheben der Parlamentarier von ihren Sitzen, die Gefühlsregungen der Gewählten und Gratulanten. «Dieser Saal ist voller Emotionen», sagt sie.

«Offensichtlich freuen sich die Parlamentarier aufrichtig über die Wahl der neuen Bundesräte. Und den abtretenden scheint man dankbar für ihre Arbeit zu sein.» Für Luwema ist eine Bundesratswahl auch darum ungewöhnlich, weil jeder Bundesrat einzeln in geheimer Wahl vom Parlament gewählt wird.

Die Schweiz als parlamentarischer Sonderfall

In klassisch parlamentarischen Systemen wie in den Niederlanden ist das anders: Nach den Wahlen formt sich eine Koalition, ein Regierungschef wird ernannt und dieser bestimmt dann die einzelnen Minister. «Beides sind Demokratien, doch die Regierungsbildung läuft ganz anders ab», sagt Luwema.

Beeindruckt vom schweizerischen Politsystem zeigt sich auch die libanesische Botschafterin Rola Noureddine. «Das Resultat sah man so kommen», sagt sie. «Und doch war es spannend, die Wahlen im Saal zu verfolgen.»

Sie äussert Bewunderung für den gemeinschaftlichen Geist des Parlaments, der einmal mehr funktioniert habe. Insbesondere sei es bemerkenswert, wie die Stärkeverhältnisse der Parteien bei den Bundesratswahlen berücksichtigt würden, ohne dass dies irgendwo explizit niedergeschrieben sei.

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