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Himmel, Hölle und Pizokel

Auch wenn die Schweiz in der Brüsseler EU-Blase oft nur nachgeordnete Aufmerksamkeit erfährt. Sicher einmal im Jahr entsinnen sich alle EU-Beamten, Lobbyisten und Berufseuropäer ihrer eidgenössischen Freunde: nämlich an der Soirée Suisse, einer der bestbesuchten Apéro-Partys in der EU-Hauptstadt überhaupt.
Remos Hess
Die Schweiz und die EU für einmal harmonisch nebeneinander.

Die Schweiz und die EU für einmal harmonisch nebeneinander.

Sie stieg am Mittwochabend in der Brüsseler Edel-Disco «Jeux d’Hiver» mitten im Stadtwald. Das Buffet mit Schweizer Traditionsspeisen wird jeweils regelrecht überrannt. So auch heuer: Die 80 Kilo Fleischspezialitäten und über 100 Kilo Käse, die der Bündner Regierungsrat Jon Domenic Parolini als Kantonsvertreter und Ehrengast anschleppte, fanden reissenden Absatz. Daneben gab es reichlich Pinot Noir und Pizokel.

Eine PR-technisch durchwegs gelungene Veranstaltung, Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Nur: Diesmal drohte zumindest zeitweilig die Gefahr, dass sich schon zu Beginn des Festes Katerstimmung breitmachen könnte. Die Verhandlungen zum Rahmenabkommen sind technisch weitgehend abgeschlossen. Die Vertreter der Verhandlungsdelegationen könnten sich munter zuprosten und zu ihrer Leistung gratulieren. Aber die innenpolitische Situation in der Schweiz mit der Links-rechts-Blockade und einer beschlussscheuen Regierung ist dermassen heikel, dass der Weg vom Himmel in die Hölle nur allzu kurz wäre.

Über den Stand der Dinge erkundigte sich an der Soirée Suisse auch Elmar Brok, CDU-Urgestein und diplomatische Geheimwaffe von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Dies, nachdem er in einer Art europäischen Schlussoffensive schon vergangene Woche in Bern bei einflussreichen Parlamentariern für das Rahmenabkommen geweibelt hat. Nach einer kurzen Unterhaltung mit dem Schweizer Botschafter und noch vor der Eröffnung des Buffets zog Brok allerdings wieder ab. Es galt Juncker beim gemeinsamen Abendessen umgehend Rapport zu erstatten. Wie dem Kommissionspräsidenten Broks Lagebericht bekommen ist, ist derweil nicht bekannt. Aber vielleicht hat er sich ja ein Stück Bündner Nusstorte mitbringen lassen.

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