HILFSWERK: Harte Vorwürfe gegen Martin Bäumle

Nationalrat Martin Bäumle hat bei Green Cross International die Nachfolge von Michail Gorbatschow angetreten. Gegner werfen ihm Putin-Methoden vor.

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Der grünliberale Zürcher Nationalrat Martin Bäumle hat am Dienstag interimistisch das Präsidium des Hilfswerks Green Cross übernommen. (Bild: KEYSTONE)

Der grünliberale Zürcher Nationalrat Martin Bäumle hat am Dienstag interimistisch das Präsidium des Hilfswerks Green Cross übernommen. (Bild: KEYSTONE)

Der Machtkampf im Hilfswerk Green Cross International ist noch nicht zu Ende. Der grünliberale Zürcher Nationalrat Martin Bäumle hat am Dienstag interimistisch das Präsidium des in Genf basierten Vereins übernommen. Eine Woche davor war Gründungspräsident Michail Gorbatschow aus dem Vorstand des Hilfswerks zur Verminderung ökologischer Risiken ausgetreten. Dabei erhob der frühere Präsident der Sowjetunion den Vorwurf einer feindlichen Übernahme. Ein anderes Mitglied des Vorstands, Sander Mallien, pikanterweise grünliberaler Kantonsparlamentarier im Aargau, warf Bäumle vor, «Methoden zu verwenden, für die selbst Putin zu weise ist». Das geht aus seinem Rücktrittsbrief hervor. Mallien will sich dazu nicht äussern, Bäumle ebenfalls nicht.

Inzwischen haben mehrere nationale Green-Cross-Organisationen verlangt, es müsse rasch eine ausserordentliche Mitgliederversammlung stattfinden, an der auch Gorbatschow und der ebenfalls zurückgetretene letzte Präsident, der Taucher und Filmemacher Jean-Michel Cous­teau, anwesend seien. Bäumle sagt, eine Versammlung sei für Oktober geplant. Er versuche derzeit, Gorbatschow zu kontaktieren, um ihn in die Lösung einzubeziehen. Und er versuche den Verein, dem das Geld ausgegangen sei, zu sanieren.

Fehler auch bei Green Cross Schweiz

Während Bäumle im Dachverband aufräumen will, tauchen nun Versäumnisse bei Green Cross Schweiz auf, das von Stiftungen und Privaten, aber auch von Kantonen und Städten Geld erhält. Bäumle wurde 2013 als Präsident der Stiftung gewählt, im Handelsregister eingetragen ist er jedoch erst seit Dezember 2016. Auch bei anderen Stiftungsräten wurden Eintragungen nicht gemeldet. «Green Cross Schweiz hat nicht viel Personal, wir wollen die Administrationskosten tief halten», sagt Bäumle. «Wir haben solchen Fragen darum nicht die nötige Priorität beigemessen.» Er habe den Vollzug der Stiftungsratsentscheidungen nicht genügend überwacht. Als er das bemerkt habe, habe er es korrigieren lassen. (ffe.)