Klimagipfel
Hilfe aus Basel für Klima-Aktivisten

Für den Basler Nationalrat Rudolf Rechsteiner (SP) grenzt es an «Sadismus», wie die dänische Regierung gegen vier Greenpeace-Aktivisten vorgeht.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Seit zehn Tagen befinden diese sich in Einzelhaft und warten auf ihr Verfahren am 7. Januar. Ausser mit dem Anwalt ist ihnen der Kontakt zur Aussenwelt oder Angehörigen untersagt, sagt Rechsteiner, der Mitglied der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats ist, und fügt an: «Zum Lesen haben die Inhaftierten eine Bibel erhalten, auf Dänisch.»

Einer der vier Verhafteten, Christian Schmutz, ist Schweizer. Der 37-Jährige aus Wetzikon hat Verwandtschaft in Basel. Alt Bürgergemeinderätin Christine Bürgin ist die Tante von Christian Schmutz. Sie kontaktierte Rechsteiner, der prompt handelte. Er fordert Bundesrätin Micheline Calmy-Rey auf, sich «persönlich mit ihrem ganzen Einfluss, der unter befreundeten Kleinstaaten etwas gilt, für die unverzügliche Freilassung der Festgehaltenen» einzusetzen, wie Rechsteiner in einem Mail an die Schweizer Aussenministerin schreibt. Die liberal-konservative dänische Regierung habe «massgeblich zum Misslingen der globalen Klimapolitik» beigetragen und wolle nun an «friedlichen Aktivisten» ein Exempel statuieren, kritisiert Rechsteiner. Hier werde «mit Kanonen auf Spatzen» geschossen, die Strafe sei «unverhältnismässig hart».

Die Aktion der Greenpeace-Aktivisten im Rahmen des Kopenhagener Klimagipfels am 16. Dezember war in der Tat friedlich, wenn auch ziemlich dreist. Die Aktivisten konnten sich bei einem Gala-Dinner von Dänemarks Königin Margarethe II. einschleichen. In der Eingangshalle entrollten sie Transparente mit der Aufschrift «Politicians talk, Leaders act» (Politiker reden, Anführer handeln). Schmutz spielte dabei den Leibwächter eines Aktivistenpaares in festlicher Abendrobe. Die Umweltaktivisten befinden sich seither in Einzelhaft. (Daw)

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