Hellebarden mit Teaser-Technologie

Schweizer Forschergeist und Ingenieurskunst setzen einmal mehr Massstäbe: Eben ist bekannt geworden, dass die Forschungsanstalt Agroscope in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Avenches und einem Freiburger Industriebetrieb den Prototyp einer elektrisch unterstützten Pferdekutsche lanciert hat.

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Schweizer Forschergeist und Ingenieurskunst setzen einmal mehr Massstäbe: Eben ist bekannt geworden, dass die Forschungsanstalt Agroscope in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Avenches und einem Freiburger Industriebetrieb den Prototyp einer elektrisch unterstützten Pferdekutsche lanciert hat. Damit sollen nicht etwa Hochzeiter ausgefahren, vielmehr soll die Kutsche in der Müllabfuhr eingesetzt werden. Ziel sei es, «Pferde wieder vermehrt in öffentliche Arbeiten zu integrieren».

Uns imponiert der Charme dieser Lösung: Altes aufrüsten mit moderner Technologie – und es wieder in den täglichen Gebrauch zurückführen.

Die kutschenbetriebene Müllabfuhr könnte da nur ein erster Schritt sein. Denkbar wäre doch auch, zum Beispiel all die unzähligen in Museen und Zeughäusern vor sich hin rostenden Morgensterne und Hellebarden mit moderner Teaser-Technologie aufzurüsten und sie hernach der Infanterie wieder als furchterregende Nahkampfwaffen abzugeben.

Auch den Schiesslärm könnte man so endlich eliminieren: Wir rüsten die Armee auf Pfeil und Bogen um und versehen die Pfeile mit einem Laserzielführungssystem. Der so geschaffene «intelligente Pfeil» («Smart Dart») erlaubte die geräuschlose Bekämpfung eines Angreifers. Vorbei wäre damit die Zeit der lärmigen Kriege, die das Gehör der Betroffenen doch stets über Gebühr belasten.

Selbst bei der Kampfflugzeugbeschaffung könnte man sich eine bisher nicht angedachte Lösung vorstellen: Bauen wir Zeppeline und versehen sie mit modernen Solarkollektoren. Die so gewonnene Energie wäre für den Vortrieb des Luftschiffs einzusetzen. Eines ist klar: Auf diese Art, nämlich schadstofffrei und damit ökologisch korrekt, in den Krieg zu ziehen, würde weltweit Aufsehen erregen.

Vor Bundesrat, Parlament und teurer Bundesverwaltung müsste die intelligente Verbindung von Altem mit Neuem ebenfalls nicht halt machen: Alle drei könnten wir sie abschaffen und dafür den Rütlischwur reaktivieren – selbstverständlich verbunden mit moderner Streaming-Technologie. Damit auch jede Schweizerin und jeder Schweizer zu Hause am PC sehen könnte, was die dort auf dem Rütli so vor sich hin schwören.

Wie schon bei der eben vorgestellten elektrischen Kutsche stets das Undenkbare denken: Der Möglichkeiten sind viele.

Worauf also warten wir noch?

Richard Clavadetscher