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Hasskommentare nach Deiss-Interview: Alt-Bundesrat mit dem Tod bedroht

«Dieser Typ braucht eine Kugel.» Das Interview von Joseph Deiss mit CH Media wurde auf Facebook zum Teil heftig kommentiert. Grund dafür: Der alt Bundesrat plädiert für einen EU-Beitritt.
CH Media
Der ehemalige Bundesrat Joseph Deiss wirbt für den EU-Beitritt der Schweiz, weil dieser die Souveränität der Schweiz stärke. (Nicolas Righetti / Lundi13)

Der ehemalige Bundesrat Joseph Deiss wirbt für den EU-Beitritt der Schweiz, weil dieser die Souveränität der Schweiz stärke. (Nicolas Righetti / Lundi13)

CH Media veröffentlichte am Dienstag ein Interview mit Joseph Deiss, der von 1999 bis 2006 Bundesrat war. Der pensionierte Politiker äussert sich wohlwollend über die Europäische Union: «Die beste Variante wäre der EU-Beitritt», steht im Titel des Artikels.

Der Bericht wurde auch von der Jungen SVP Schweiz auf ihrer Facebook-Seite geteilt - und heftig kommentiert, wie «20 Minuten» beschreibt.

In der Kommentarspalte liessen einige Nutzer ihrer Wut freien Lauf. So soll jemand den alt Bundesrat als «Arsch» bezeichnet haben. Ein weiterer Kommentar meinte: «Symptome von Alzheimer gekoppelt mit Creutzfeldt-Jakob».

Deiss als Verräter, der eine Kugel verdient

Deiss wurde sogar heftig bedroht. Ein Facebook-Nutzer namens R.P. schreibt: «Solche Verräter sind früher hingerichtet worden.»

M.W. droht: «Dieser Typ braucht eine Kugel.» Auf seinem Facebook-Profil will «20 Minuten» Facebook-Posts gefunden, die auf eine rechtsextreme Gesinnung hindeuten.

Die Junge SVP hat die Hasskommentare inzwischen gelöscht. Auf Facebook riefen die Moderatoren zur Mässigung auf:

«In der Politik braucht es klare Worte und manchmal auch Provokation. Persönliche Angriffe oder gar Drohungen sind jedoch fehl am Platz.»

Facebook Screenshot

Facebook Screenshot

Gegenüber «20 Minuten» verurteilte der Junge-SVP-Präsident Benjamin Fischer die Kommentare: «Es ist möglicherweise strafrechtlich relevant. Das Thema ist emotional, das rechtfertigt aber noch lange nicht eine Drohung.»

Die Junge SVP schreibt auch in ihrem Facebook-Kommentar, dass sie unmöglich alle Kommentare prüfen könne. «Wir führen unsere Kanäle ehrenamtlich. Es ist schlicht nicht möglich, jeden einzelnen Kommentar zu prüfen.»

«20 Minuten» nahm auch Kontakt mit dem Verfasser des Kugel-Kommentars auf. Dieser spricht von einem «Versehen» und sagt, er habe niemandem drohen wollen. Politisch sei er «neutral».

Polizei prüft Ernsthaftigkeit

Der Gewaltschutz-Dienst der Kantonspolizei Zürich wird die Ernsthaftigkeit der Drohung überprüfen. Pressesprecher Ralph Hirt sagte:

«Bei vermeintlichen Todesdrohungen oder ähnlichem Wortlaut ist die Schwelle, nach welcher wir aktiv werden, sehr niedrig.»

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