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Hearings zu den Bundesratswahlen: SVP unterstützt Keller-Sutter

Am 5. Dezember entscheidet die Bundesversammlung, wer Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann im Bundesrat ersetzt. Die erste Runde der Hearings fand am Dienstag statt. Die SVP-Fraktion hat bereits entschieden: Sie unterstützt bei den FDP-Kandidierenden klar Karin Keller-Sutter und bei der CVP Heidi Z'graggen.
Karin Keller-Sutter, Bundesratskandidatin aus der Ostschweiz, gibt den Medien Auskunft. (Bild: Keystone)

Karin Keller-Sutter, Bundesratskandidatin aus der Ostschweiz, gibt den Medien Auskunft. (Bild: Keystone)

(sda) Den Anfang der Hearings machen die SVP, die Grünen und die Grünliberalen. Ständerätin Karin Keller-Sutter (FDP/SG) , Ständerat Hans Wicki (FDP/NW), Nationalrätin Viola Amherd (CVP/VS) und die Urner CVP-Regierungsrätin Heidi Z'graggen waren im Lauf des Nachmittags im Halbstundentakt aufgeboten.

Auf Fragen der Medienvertreter zum Verlauf der Gespräche und zu ihrer Stimmung gaben sie sich wortkarg. «Sehr interessant» und «spannend» dürften die am meisten gegebene Antwort gewesen sein. Die übrigen Fraktionen haben die Anhörungen auf den kommenden Dienstag angesetzt.

Keller-Sutter: «Es war interessant»

Karin Keller-Sutter stand zunächst der SVP Red und Antwort. Nach dem Gespräch verliess sie den Raum in Eile. Sie hatte überzogen und war für das nächste Hearing bereits verspätet, wie sie wartenden Journalisten erklärte.

Nach dem letzten Hearing des Nachmittags - bei der GLP - sagte Keller-Sutter, es sei interessant gewesen.

«Ich habe die Antworten gegeben, die ich aus eigener Überzeugung geben konnte.»

Ähnlich hatte Keller-Sutter auch die Anhörung bei den Grünen kommentiert.

Die thematischen Schwerpunkte seien in den Gesprächen mit den drei Fraktionen unterschiedlich gewesen, bilanzierte Keller-Sutter. Zur Frage, ob sie ihrer Favoritenrolle gerecht geworden sei, sagte Keller-Sutter: «Das wurde ich nicht gefragt.»

Am frühen Abend gab die SVP dann ihre Präferenzen bekannt. Auf dem Zweierticket der FDP bevorzugt die SVP-Fraktion klar Karin Keller-Sutter gegenüber dem Nidwaldner Hans Wicki. Bei der CVP erhielt die Urnerin Heidi Z'graggen in einer Abstimmung in der SVP-Fraktion 38 Stimmen. Auf die zweite Frau auf dem CVP-Ticket, die Oberwalliserin Viola Amherd, entfielen zehn Stimmen. Sieben Fraktionsmitglieder legten leer ein.

«Tüäwär lüegü»

Viola Amherd wirkte vor dem ersten Hearing bei der GLP konzentriert. Es sei ein spannender Austausch zu spannenden Themen gewesen, sagte sie nach dem Gespräch sichtlich gelöster. «Tüäwär lüegü», sagte die Oberwalliserin später, als sie im Fraktionszimmer der SVP verschwand. «Zackig, aber gut», kommentierte sie das SVP-Hearing.

Nach Amherd kam Z'graggen bei der GLP an die Reihe. «Es ist gut gelaufen», sagte die Urnerin nach dem Gespräch. Die Fragen hätten sich auf Themen bezogen, welche die Grünliberalen interessierten. Die Fraktion will nach Abschluss der Hearings am frühen Dienstagabend eine Stellungnahme zu den Hearings abgeben.

Alle Fragen beantwortet

FDP-Kandidat Wicki liess sich bei den Grünen als erster auf den Zahn fühlen. Es sei ein spannendes Hearing gewesen, sagte er danach. «Sehr spannend» sagte Wicki später, nach der Anhörung bei der SVP. «Ich habe alle Fragen beantworten können», erklärte er.

CVP-Kandidatin Z'graggen wirkte nach dem Treffen mit den Grünen zufrieden. Sie sagte:

«Es waren ausnehmend nette und höfliche Parlamentarier, die mich kennenlernen wollten.»

Grünen-Fraktionschef Balthasar Glättli (ZH) sagte zu den Hearings, die Fraktion klopfe die Kandidierenden auf Umweltthemen ab. Wichtig seien den Grünen auch der Respekt vor Institutionen und Gleichstellungspolitik. Über eine Wahlempfehlung entscheiden die Grünen erst am kommenden Dienstag.

Fraktionsmitglieder wählen frei

Die Kandidierenden sind den meisten Fraktionsmitgliedern zwar wohl bekannt. In der Regel geht es bei den Anhörungen aber speziell um die Frage, wie jemand ein Bundesratsamt auszufüllen gedenkt und welche Qualifikationen er oder sie dafür mitbringt. Daneben werden die Fraktionen wissen wollen, wie sich die Kandidierenden zu aktuellen politischen Geschäften positionieren.

Oft lassen die Fraktionen danach offen, wen sie unterstützen. Manchmal geben sie aber auch bekannt, an wen die meisten Stimmen gehen. In jedem Fall wählen die Fraktionsmitglieder frei, die Bundesratswahl ist geheim.

Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter (FDP) im Gespräch mit dem Berner SVP-Nationalrat Adrian Amstutz (Mitte) und Alt-Bundesrat Christoph Blocher. (Bild: Keystone/PETER SCHNEIDER)
CVP-Bundesratskandidatin Heidi Z'graggen spricht nach dem Hearing bei der GLP-Fraktion in die Mikrofone. (Bild: Keystone/ANTHONY ANEX)
Die Walliser CVP-Bundesratskandidatin Viola Amherd ist unterwegs zu den Grünliberalen. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)
Die Urner Bundesratskandidatin Heidi Z'graggen (CVP) ist unterwegs zu den Hearings im Parlamentsgebäude. (Bild: Keystone/PETER SCHNEIDER)
«Tüäwär lüegü»: Die Oberwalliser Bundesratskandidatin Viola Amherd (CVP) geht zum Hearing bei der SVP. (Bild: Keystone/PETER SCHNEIDER)
Grünen-Fraktionschef Balthasar Glättli begrüsst FDP-Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter. (Bild: Keystone/ANTHONY ANEX)
Gelegenheit für einen Schluck Wasser: Bundesratskandidat Hans Wicki (FDP) zwischen zwei Hearings. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)
FDP-Bundesratskandidat Hans Wicki beantwortet zwischen den Hearings Journalistenfragen. (Bild: Keystone/ANTHONY ANEX)
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Z'graggen: «Hier und da gegen den Föhn arbeiten»

Doch noch Spannung

Lange Zeit hatte es nach einer relativ unspektakulären Wahl ausgesehen. Bei der FDP galt Keller-Sutter von Anfang an als Favoritin. Sie ist eine Frau, was bei der gegenwärtigen Zusammensetzung des Bundesrats wichtig ist. Sie kommt aus der Ostschweiz, die schon lange nicht mehr im Bundesrat vertreten war.

Zudem hat Keller-Sutter ein eingemittetes bürgerliches Profil und als Ständeratspräsidentin magistrale Qualitäten bewiesen. Die Wahl von Wicki, der erst seit 2015 im Ständerat sitzt, wäre eine grosse Überraschung.

Mit dem Entscheid der SVP-Fraktion verspricht die Ersatzwahl für den frei werdenden CVP-Sitz Spannung. Bei der Nomination hatte die CVP-Fraktion einigermassen überraschend den Zuger Ständerat Peter Hegglin übergangen. Stattdessen setzte sie neben Amherd die in Bundesbern weniger bekannte Heidi Z'graggen aufs Ticket.

Seither hat die Urner Justizdirektorin der bisher favorisierten Walliser Nationalrätin ständig mehr Terrain abgenommen. Im Gespräch scheint sie überzeugend. Kommentatoren attestieren ihr Charme und ein bürgerliches Profil mit interessanten grünen Schattierungen. Die Wahl von Z'graggen als Nachfolgerin von Doris Leuthard scheint heute nicht ausgeschlossen.

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