Haris Seferovics Tore als einsames Highlight – die Schweizer Nati im Formcheck

Formcheck der Schweizer Nationalspieler vor den drei Länderspielen gegen Kroatien, Spanien und Deutschland: Die Leistungen sind nicht berauschend, vor allem offensiv fehlen Akzente.

Markus Brütsch
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Matchwinner: Haris Seferovic wendet mit zwei Toren eine Benfica-Blamage ab.

Matchwinner: Haris Seferovic wendet mit zwei Toren eine Benfica-Blamage ab.

Wohin wechselt Xherdan Shaqiri? Diese Frage war die meistgestellte betreffend der Schweizer Nati, die sich heute Montag zur Vorbereitung des Testspiels gegen Kroatien am Mittwoch in St. Gallen und der Partien in der Nations League am Samstag in Madrid gegen Spanien sowie am übernächsten Dienstag in Köln gegen Deutschland trifft. Shaqiri ist erstmals seit 16 Monaten wieder dabei.

Liverpooler Medien berichteten, der Schweizer könne die Reds für eine Ablösesumme von 23,5 Millionen Franken verlassen. Shaqiri war im Sommer 2018 für 14,7 Millionen Franken von Stoke zum FC Liverpool transferiert worden. Jetzt soll er bei einem neuen Klubs wieder Spielzeit bekommen, was auch ganz im Sinn der Nati wäre.

Yann Sommer
Der 31-jährige Torhüter, der zu den besten in der Bundesliga gehört und seine siebte Saison mit Mönchengladbach in Angriff genommen hat, ist in diesen Wochen gewiss nicht schlecht in Form, ohne Zweifel war er aber auch schon besser drauf. Einen Schuss wie den Kölner Ehrentreffer zum 1:3 am Samstag wehrt er gewöhnlich ab.

Granit Xhaka
Eine feste Grösse beim FC Arsenal, stand der Aufbauer am Sonntag beim harterkämpften 2:1-Heimsieg gegen Sheffield United im sechsten Pflichtspiel dieser Saison zum ersten Mal nicht in der Startformation. Kaum war er in der 81. Minute erschienen, traf der Gast zum Anschlusstreffer. Xhaka traf dabei allerdings keine Schuld.

Haris Seferovic
Hat seine vierte Saison für Benfica Lissabon in Angriff genommen. Nachdem er im zweiten Jahr mit 23 Treffern Torschützenkönig geworden Jahr, sass er im dritten oft auf der Ersatzbank. Und so begann er auch die neue Saison. Als Joker sorgte er gestern aber gegen Farense mit einem Doppelschlag für den 3:2-Sieg. Der Befreiungsschlag?

Xherdan Shaqiri
Noch drei Monate, und dann ist das Jahr 2020 zu Ende. In diesem hat er es in der Premier League in zwei Kurzeinsätzen auf 8 Minuten Spielzeit gebracht, im Ligacup vor elf Tagen auf 75 Minuten mit einem Tor. Weniger Spielpraxis ist kaum möglich.

Nico Elvedi
In allen drei Bundesliga-Partien stand er während 90 Minuten auf dem Platz. Er muss genauso wenig wie Sommer um seinen Platz bei Mönchengladbach bangen. Aber wie der Goalie ist auch der grundsolide Innenverteidiger noch einen Tick von der Bestform entfernt.

Manuel Akanji
Jüngst hat es in der Gerüchteküche gebrodelt, als englische Medien berichteten, Leicester wolle ihn verpflichten. Doch nach einigen Problemen in der letzten Saison hat sich der Verteidiger von Dortmund gefangen und bisher alle fünf Pflichtspiele von A bis Z ordentlich absolviert.

Fabian Schär
Beim Comeback in der Premier League gegen Burnley (3:1) blieb der Verteidiger von Newcastle nach 32 Minuten und einem Sturz auf dem Boden liegen. War die Schulterverletzung wieder aufgebrochen? Schär spielte weiter, musste sich nach 55 Minuten aber ersetzen lassen.

Ricardo Rodriguez
Nachdem er in den Spielen der Nations League gegen die Ukraine und Deutschland in der Startaufstellung stand, verpasste er beim FC Turin die ersten zwei Serie-A-Spiele verletzt, die dritte Partie fiel nun den Corona-Fällen bei Genua zum Opfer. Somit fast ohne Spielpraxis.

Silvan Widmer
Nach dem Aufwärtstrend der letzten Wochen - beim 1:1 gegen Deutschland war er der Torschütze - , konzentrierte sich der Rechtsverteidiger des FCB gestern beim 3:2 gegen Luzern auf seine defensiven Pflichten und hielt Matchwinner Zhegrova den Rücken frei.

Loris Benito
Schon in der letzten Saison war der Aussenbahnspieler von Bordeaux ein Dauerbrenner - bis zum Abbruch wegen Corona. In der neuen Saison ist er weiter gesetzt und hat defensiv seinen Beitrag zur super Bilanz geleistet. In sechs Spielen gabs fünf Mal kein Gegentor.

Remo Freuler
Atalanta und sein Schweizer Aufbauer knüpfen an die Leistungen der letzten Saison an. Nach drei Runden in der Serie A haben sie neun Punkte auf dem Konto. In den ersten zwei Partien spielte Freuler durch, gestern kam er beim 5:2 gegen Cagliari nach 75 Minuten aufs Feld.

Steven Zuber
Sein Transfer zu Frankfurt scheint sich zu lohnen. Nach einer schwierigen Saison bei Hoffenheim mit einer langen Verletzungspause kommt der Flügel in Schwung und war zuletzt beim 2:1 gegen seinen alten Verein ein belebendes Element. Leitete den Ausgleich ein.

Admir Mehmedi
Der 29-Jährige stand am Sonntag beim 0:0 gegen Augsburg während 72 Minuten auf dem Platz. In sämtlichen sieben Pflichtspielen ist er zum Einsatz gekommen und stand lediglich ein Mal nicht in der Startformation. In der Qualifikation zur Europa League traf er zwei Mal.

Ruben Vargas
Gehört mit Augsburg weiter zu den Überraschungen dieser Saison. Beim 0:0 in Wolfsburg wurde er nach 57 Minuten eingewechselt. Eine Woche zuvor hatte er den glanzvollen Sieg über Dortmund wegen muskulärer Probleme nur von der Tribüne aus verfolgt.

Cédric Itten
Geschenkt wird ihm nichts bei den Rangers. In zwölf Pflichtspielen stand der Stürmer erst zwei Mal in der Startaufstellung und spielte nur ein Mal durch. Beim 2:0 gegen Ross County figurierte er nicht im Aufgebot. Sein Doppelpack gegen Motherwell ist das bisherige Highlight.

Die weiteren Spieler:

Yvon Mvogo
Endlich darf der Goalie wieder spielen! Fehlerlos tut er das bei Eindhoven nicht, aber ordentlich.

Jonas Omlin
Auch er ist bei Montpellier Titular im Tor. Beim 0:1 gegen Nîmes vor dem Gegentor etwas zögerlich.

Edimilson Fernandes
Nach dem Corona-Alptraum reichte es dem Aufbauer zuletzt noch nicht ins Mainzer Kader.

Jordan Lotomba
Der Aussenverteidiger spielte am Samstag beim 2:1 von Nizza gegen Nantes durch.

Eray Cömert
Der FCB-Innenverteidiger zeigte gegen Luzern eine starke Leistung. Gewann fast jedes Duell.

Mario Gavranovic
Der Stürmer wurde beim 2:1-Sieg von Zagreb bei Varazdin in der Pause eingewechselt.

Djibril Sow
Der Aufbauer der Eintracht ist im Tief. In den drei Ligaspielen total erst fünf Minuten im Einsatz.

Becir Omeragic
Geht beim 0:4 in Lausanne mit der desolaten FCZ-Abwehr unter. Sein Nati-Aufgebot ist schon ziemlich fragwürdig.

Simon Sohm
Fehlte dem FCZ in Lausanne wegen seines am Sonntag dann bestätigten Transfers zu Parma in die italienische Serie A.