GRÜNE WIRTSCHAFT: Ergebnis ist kein Nein zur grünen Wirtschaft

Die ersten Umfragen hatten die Befürworter der Initiative «Grüne Wirtschaft» noch auf einen Sieg hoffen lassen. Das Ergebnis war gestern aber mehr als deutlich: Knapp 64 Prozent der Stimmbürger haben das Volksbegehren der Grünen abgelehnt.

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Knapp 64 Prozent der Stimmbürger haben das Volksbegehren der Grünen abgelehnt. (Bild: Keystone)

Knapp 64 Prozent der Stimmbürger haben das Volksbegehren der Grünen abgelehnt. (Bild: Keystone)

Vorausgegangen war ein intensiver Abstimmungskampf. Die Gegner warnten lautstark vor dem «Grünen Zwang». Sogar von einem «Warmdusch-Verbot» oder einem Verbot der Cervelat war die Rede. Das war sicherlich übertrieben.

Unglaubwürdig waren aber auch die Versprechungen der Initianten, die Konsumenten müssten ihren Lebensstil nicht anpassen, wenn das Volksbegehren angenommen werde. Den Ressourcenverbrauch innerhalb von nur einer Generation ohne jegliche Verhaltensänderungen im Alltag um 65 Prozent zu reduzieren, ist unrealistisch. Das haben auch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger erkannt.

Das deutliche Nein zur Initiative darf aber nicht als Nein und zu mehr Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz verstanden werden. Die Grüne Wirtschaft ist wichtig, in ihr steckt auch Potenzial. Darin sind sich Befürworter und Gegner einig. Der Wandel muss aber sachte erfolgen. Die Umwelt darf nicht über allem stehen. Es gilt, auch die Bedürfnisse der Wirtschaft und der Konsumenten zu berücksichtigen. Pragmatische Lösungen sind gefragt – die, wenn immer möglich, auf Freiwilligkeit beruhen.

Michel Burtscher
michel.burtscher@tagblatt.ch