Gripen weicht Armeefronten auf

Der Gripen schafft eine neue politische Konstellation bei Militär- Abstimmungen. Mit den Grünliberalen steigen die Erfolgschancen der Kampfjet-Gegner.

Daniel Klingenberg, David Schaffner
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Ein Saab Gripen F auf einem Demonstrations-Flug in den Schweizer Alpen. (Bild: ky/Peter Klaunzer)

Ein Saab Gripen F auf einem Demonstrations-Flug in den Schweizer Alpen. (Bild: ky/Peter Klaunzer)

Die bürgerlichen Parteien haben Militär-Abstimmungen bisher immer gewonnen, indem sie armeekritische Anliegen zu einer Grundsatzfrage machten. Was hiess: Wer dagegen ist, ist auch gegen die Armee. Diese Strategie könnte bei der Gripen-Abstimmung im kommenden Jahr nicht mehr greifen. «Die Ausgangslage wird speziell und offen sein», sagt der Politologe Michael Hermann gegenüber der Ostschweiz am Sonntag.

Grund dafür sind die Grünliberalen (GLP), die neben dem rot-grünen der linken Parteien ein bürgerliches Referendumskomitee planen. Dieses könnte für weitere bürgerliche Gripen-Gegner attraktiv sein. «Wir gehen davon aus, dass bürgerliche Kräfte ausserhalb der GLP dabei sind», sagt GLP-Nationalrat Beat Flach.

Michael Hermann sieht Chancen für einen Erfolg der Gripen-Opposition. «Wenn die GLP im Abstimmungskampf eine aktive Rolle spielt, könnte es den Gripen-Gegnern gelingen, die bisher erfolgreiche Grundsatzfrage-Strategie der Befürworter zu durchkreuzen.»

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 15. September.