Grenzwache schnappt mehr illegale Einwanderer

Die Zahl der Asylsuchenden in der Schweiz steigt in letzter Zeit markant an. Viele von ihnen kommen illegal über die Grenze. Nun werden die Einreiserouten intensiver überwacht. Mit Erfolg.

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Bern. Die Grenzwache und das Bundesamt für Migration arbeiten seit einigen Wochen enger zusammen, um illegale Einwanderer aufzuspüren. Im September und im Oktober konnten die Grenzwächter deshalb deutlich mehr illegale Einreisen verhindern als üblich, und es wurden mehr gefälschte Identitätsdokumente festgestellt.

Die Zusammenarbeit wurde wegen des derzeit erhöhten Migrationsdrucks und der steigenden Zahl von Asylgesuchen verstärkt, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) bekanntgab. Bereits seit einigen Monaten sind die Asylzahlen wieder am Steigen. So wurden in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres 30 Prozent mehr neue Asylgesuche gezählt als in der Vorjahresperiode 2007.

Vor allem in der Südschweiz

Seit Anfang September treffen sich Vertreter der Grenzwache und des BFM jede Woche, um die Lage gemeinsam zu beurteilen und den Einsatz der Grenzwächter gezielter zu planen, wie GWK-Kommunikationsleiter Thomas Schrämli auf Anfrage sagte. Die Grenzwächter werden gezielt dort eingesetzt, wo jeweils aktuell beliebte Einreiserouten ausgemacht werden. Seit September wurden vor allem der Strassen- und der Bahnverkehr sowie die grüne Grenze intensiver kontrolliert. Das Schwergewicht lag laut Schrämli an der Südgrenze im Tessin und in der Westschweiz.

Dabei stellte das Grenzwachtkorps im September und Oktober 412 gefälschte Identitätspapiere sicher und verhinderte 320 illegale Einreisen. Dies sind laut Schrämli deutlich mehr als sonst in zwei Monaten. Konkrete Vergleichszahlen liegen allerdings nicht vor. Der Erfolg der verstärkten Zusammenarbeit zeige sich auch beim Abgleich der vom Grenzwachtkorps und dem BFM registrierten Fingerabdrücke, wie die Zollverwaltung schrieb.

Fingerabdrücke als Beweis

In vergangenen Jahren habe das BFM in den Asylzentren monatlich nur etwa 55 Fingerabdrücke registriert, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt von der Grenzwache erfasst worden waren. Nun konnte die Trefferquote der übereinstimmenden Fingerabdrücke auf 158 im September und auf 181 im Oktober stark erhöht werden. Dadurch verbessern sich laut EZV die Chancen, illegal Eingereiste – gestützt auf die Rücknahmeabkommen – in Drittstaaten zurückzuführen.

Dank der verstärkten Zusammenarbeit gelinge es, in kürzerer Zeit mehr illegal eingereiste Menschen zu identifizieren und festzustellen, ob sie schon zu einem früheren Zeitpunkt irgendwo in der Schweiz oder in Europa ein Asylgesuch gestellt haben, sagte Schrämli. Frühere illegale Einreiseversuche könnten schneller aufgedeckt werden. Zudem liessen sich die Reiserouten der Asylbewerber besser eruieren, was laut Zollverwaltung einen effizienteren Einsatz der Grenzwächter ermöglicht. (ap/sda)

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