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Gregor Rutz erbt Bruno Zuppigers Nationalratssitz

Bruno Zuppigers Familie litt. Zudem habe ihn die Spitze der SVP Zürich nicht gestützt. Nun ist Zuppiger als Nationalrat zurückgetreten.
Kari Kälin
Bruno Zuppiger (Bild: ky/Gaetan Bally)

Bruno Zuppiger (Bild: ky/Gaetan Bally)

Noch im letzten Jahr zog Bruno Zuppiger (60) als Präsident der sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats (SIK) die Fäden in der Armeedebatte. Der Zürcher SVP-Nationalrat präsidierte den Schweizerischen Gewerbeverband (SGV) – und wurde von seiner Partei zum Bundesratskandidaten erkoren. Doch eine Enthüllungsgeschichte der «Weltwoche» bremste Zuppigers politische Karriere im letzten Dezember jäh aus. Die Bundesratskandidatur fiel ins Wasser, auch als Präsident des SGV musste er zurücktreten. Und im Januar eröffnete die Zürcher Staatsanwaltschaft wegen der sogenannten «Erbschaftsaffäre» ein Strafverfahren wegen Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsführung.

Das Leiden der Familie

Die Vorkommnisse seit dem letzten Dezember hätten ihm und seiner Familie stark zugesetzt, so Zuppiger. «Das Schlimmste für mich in den letzten Monaten war, meine Familie und mein engeres Umfeld leiden zu sehen.» Unter den gegebenen Umständen sei es ihm nicht mehr möglich, sein Mandat mit der «gewohnten Qualität» und dem «nötigen Engagement» auszuüben.

Zuppigers Nachfolger heisst Gregor Rutz. Der 39jährige Jurist sitzt derzeit im Zürcher Kantonsrat und wirkte von 2001 bis 2008 als SVP-Generalsekretär. Rutz besitzt eine Kommunikationsagentur, gilt als strammer Vertreter des Zürcher Flügels. Zuppiger plazierte gestern einen Seitenhieb an seine eigene Partei. Auch die «mangelnde Sachlichkeit» und «der zum Teil fehlende Sukkurs gewisser SVP-Exponenten und der Spitze der Zürcher SVP» hätten ihn zum Rücktritt bewogen. Diese Kritik richtet sich unter anderem an Nationalrat Alfred Heer, Präsident der SVP Zürich. Heer hatte Anfang Jahr gesagt, er würde einen sofortigen Rücktritt Zuppigers begrüssen. Dazu zwingen könne man ihn aber nicht.

«Druck wurde zu gross»

Heer bedauerte die «Umstände», die zu Zuppigers Rückzug aus der Politik führten. «Für ihn und die Partei ist es aber die beste Lösung. Der Druck wurde zu gross», so Heer. Es sei schwierig, mit dem Damoklesschwert einer Anklage zu politisieren. Zuppigers Nachfolger Rutz ist für Heer ein «Hoffnungsträger, der für frischen Wind sorgt». Die SVP Zürich wolle aber die älteren Nationalräte nicht weghaben, sagt Heer.

Es ist indes ein offenes Geheimnis, dass in der SVP Zürich eine Art Generationenkonflikt tobt. «Dass die Jungen die Alten draussen haben wollen, war schon früher so», relativiert zwar SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi. Doch der 65jährige Gesundheitspolitiker ist offenbar so sauer auf seine Partei, dass er sich flugs zum Passivmitglied der SVP Zürich erklärte, wie die Zeitung «Sonntag» kürzlich berichtete.

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