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Glühbirnen: Bevormundung soll ein Ende haben

Ein St.Galler Lampenhändler wurde gebüsst, weil er verbotene Glühbirnen verkauft hat. SVP-Nationalrätin Yvette Estermann will diese «kommunistische Bevormundung» jetzt per Vorstoss unterbinden.
Eva Novak
Vom Bund gebüsst: Esther König und Marc Juchler von der Firma Konigs. (Bild: Ralph Ribi)

Vom Bund gebüsst: Esther König und Marc Juchler von der Firma Konigs. (Bild: Ralph Ribi)

Yvette Estermann fühlt sich an die dunklen Zeiten ihrer Jugend erinnert, die sie jenseits des Eisernen Vorhangs verbracht hat. In der damaligen ČSSR schrieben die kommunistischen Machthaber den Bürgerinnen und Bürgern bis ins letzte Detail vor, was sie zu tun und zu denken hatten. «Kommunistische Bevormundung» hat die gebürtige Slowakin und heutige Luzerner SVP-Nationalrätin jetzt in der Schweiz ausgemacht, in welche sie nicht zuletzt der Freiheit wegen gezogen war.

Konkret in einem St. Galler Lampenladen, dessen Inhaber vom Bund gebüsst wurden, weil sie Glühbirnen ohne Energieetikette und mit zu geringer Energieeffizienz verkauften.

«Der Kunde soll selber entscheiden»

Die beanstandeten Leuchtmittel erzeugen nicht nur warmes Licht, sondern sind mit ihren dekorativen Glühfäden auch sonst was fürs Auge. Dem gestrengen Blick der eidgenössischen Kontrolleure vermochten sie dennoch nicht standzuhalten. Im Auftrag des Eidgenössischen Starkstromin­spektorats verfügte das Bundesamt für Energie eine Busse von 1000 Franken. Mehr noch: Es verbot dem fehlbaren St. Galler Beleuchtungsgeschäft Konigs auch, seine noch vorhandenen Lagerbestände zu veräussern, schliesslich seien Glühbirnen verboten (siehe Box). Co-Geschäftsleiter Marc Juchler gerät heute noch in Rage, wenn er an den ­Bescheid von vor einem Monat denkt. Seine als illegal bezeichnete Ware stamme grossenteils aus Europa, während die weitaus meisten Bestandteile der erlaubten LED-Lampen aus China kämen. Man erlaube zwar unterdessen den Anbau von THC-armem Hanf, für dessen Aufzucht es in unseren Breitengraden Lampen von 600 bis 1000 Watt pro Quadratmeter brauche, verbiete aber 40-Watt-Glühbirnen. Und das, obwohl deren Licht gut sei fürs Gemüt, während jenes von LED-Leuchten der Gesundheit schaden könne: «Da fragt man sich als mündiger und nachhaltig denkender Bürger und Unternehmer, warum man den Leuten etwas ins Schlafzimmer beziehungsweise in die Wohnung aufzwingt, das krank machen kann.»

Diese Frage stellt sich auch Yvette Estermann. «Der Kunde soll selber entscheiden können, welches Licht er wo einsetzen will. Denn es ist letztlich der Kunde, der die Stromrechnung bezahlt», sagt die SVP-Nationalrätin. Sie kündigt für die Herbstsession einen weiteren Vorstoss an. Diesmal will sie sich nicht mit Fragen begnügen, sondern eine verbindliche Motion einreichen, wonach der Verkauf aller Leuchtmittel in der Schweiz wieder erlaubt werden soll.

Nebenrolle im Energieverbrauch

Ihre Berner Ratskollegin Regula Rytz, die ebenso wie Estermann in der Sommersession kritische Fragen zum Halogenverbot an den Bundesrat gestellt hatte, wird sie diesmal nicht unterstützen. «Selbstverständlich braucht es Regeln für technische Geräte», erklärt die Präsidentin der Grünen Partei. Doch im Fall des Lampenhändlers werde mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Der Energiegewinn bei der Beleuchtung sei zwar wertvoll, doch spiele diese im gesamten Energieverbrauch nur eine Nebenrolle. «Für Gesundheit und Wohlbefinden dagegen ist sie von grosser Bedeutung», so Rytz. Deshalb solle das Bundesamt für Energie nicht voreilig auch noch die Halogenlampen verbieten.

Kleines Lichteinmaleins

Klassische Glühbirnen sind in der Schweiz seit 2009 stufenweise verboten, da sie sehr viel Strom verbrauchen. Allerdings spenden sie warmes Licht und können problemlos entsorgt werden. Speziallampen sind teilweise bis heute erlaubt. Energiesparlampen werden, weil sie Quecksilber enthalten, nicht mehr als Alternative empfohlen.
Halogenlampen sind zwar energieeffizienter als Glühbirnen, aber in der EU sowie in der Schweiz ab 1. September verboten. LED sind danach die einzig verbleibende, legale Alternative. Sie verbrauchen am wenigsten Energie, doch ihr Licht wird als kalt empfunden. Einige flimmern, was laut Bundesamt für Gesundheit möglicherweise ein Risiko für Personen mit Kopfweh, Migräne und Epilepsie darstellt. Es gibt sogar Untersuchungen, die ihnen eine krebserregende Wirkung nachsagen. (eno)

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