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GLEICHSTELLUNG: Frauenfragen in Männerhand

Die Schweiz schickt eine Frauendelegation an eine UNO-Frauenkonferenz. Geleitet wird diese von einem Mann.
Fabian Fellmann

Fast 140 Frauen haben gestern in New York das Wort ergriffen, an der Sitzung der UNO-Kommission für die Stellung der Frau: Ministerinnen und Würdenträgerinnen aus Ländern wie Gambia, Usbekistan, Algerien, Pakistan oder auch Afghanistan.

Als eines von nur 37 Ländern und Organisationen liess die Schweiz einen Mann ihre ­Deklaration verlesen. Gleich nach einem hohen burundischen Beamten sprach Markus Seiler, Generalsekretär im Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA), wie dieses gestern mitteilte. Die Schweiz befand sich mit ihrer Männervertretung in bester Gesellschaft von Staaten wie Ägypten, Katar, Saudi-Arabien oder Russland.

Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, ist doch eines von zwei Hauptthemen der laufenden 62. Session der UNO-Kommission die «Verwirklichung der ­Geschlechtergleichstellung», wie das EDA in seiner Mitteilung ebenfalls festhält. Auf Anfrage begründet das Departement, dem EDA obliege das Präsidium der Delegation. Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann stelle das Vizepräsidium, in diesem Fall wahrgenommen durch Direktorin Sylvie Durrer.

Dabei handle es sich um eine seit Jahren übliche Zusammenarbeit, lässt EDA-Sprecher Pierre Alain Eltschinger wissen: «Eine gemischte Delegationsleitung ist bereichernd für die Diskussion.» Das ist eine eher schönfärberische Darstellung: Die Delegation hat nicht ein Co-Präsidium, sondern wird geleitet von Markus Seiler, dem einzigen Mann in der zehnköpfigen Delegation.

Da ist es mehr als verständlich, dass das EDA in der Medienmitteilung die Aufmerksamkeit lieber auf das zweite Konferenzthema richtet, die wirtschaftliche Stärkung von Frauen und Mädchen im ländlichen Raum. Delegationsleiter Seiler sagte dazu in seiner Erklärung: «Im Rahmen ihrer Entwicklungszusammenarbeit erachtet die Schweiz den gleichberechtigten Zugang zu Land und natürlichen Ressourcen als notwendige Etappe auf dem Weg zur Geschlechtergleichstellung.»

Oder, wie gleich am Anfang der Medienmitteilung des EDA festgehalten wird: «Die Gleichstellung von Frau und Mann ist eine Priorität der schweizerischen Aussenpolitik.»

Fabian Fellmann

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