Generika kosten in Europa die Hälfte

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Medizin Der Preisüberwacher fordert von der Landesregierung rasch Massnahmen, um die Preise von Generika zu senken. Er hat die Kosten von 20 umsatzstarken Wirkstoffen, bei welchen der Patentschutz abgelaufen ist, in 15 europäischen Ländern verglichen. Die Preisdifferenz ist riesig: In den Niederlanden kostet das günstigste Generikum nur 15 Prozent dessen, was die Patienten in der Schweiz bezahlen. Im Durchschnitt aller Länder liegt der Preis bei 41 Prozent des hiesigen Preises.

Der Preisüberwacher fordert nun ein Referenzpreissystem. Ziel ist es, dass die Krankenkasse für jedes Medikament mit dem gleichen Wirkstoff den gleichen Preis vergütet. Dieser würde auf Basis des günstigsten Generikums berechnet. Zudem müssten alle Medikamentenpreise jährlich überprüft werden. Mit Anpassungen beim Preisvergleich, einem Antrags- und Beschwerderecht für Krankenversicherer und Patientenorganisationen sowie der Vergütung von im Ausland gekauften Medikamenten könnten die Kosten gemäss dem Preisüberwacher weiter gesenkt werden.

Schützenhilfe erhält er von der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS). Solch massive Preisunterschiede bei identischen Medikamenten seien nicht akzeptabel, schreibt die Organisation. Dadurch würden die Prämien der Grundversicherung weiter in die Höhe getrieben. Die SKS macht das Bundesamt für Gesundheit (BAG), den Bundesrat und das Parlament für die aktuelle Situation verantwortlich. Mit den vorgeschlagenen Massnahmen könnten bei gleicher Qualität Hunderte Millionen Franken gespart werden. (sda)