Geldsegen für die grüne Klimabewegung: Doch von wo kommen die ganz grossen Batzen?

Die Klima-Aktivisten werden mit Spenden überhäuft, wie neuste Zahlen zeigen. Unklar ist jedoch, woher die Gelder kommen - mit einigen interessanten Ausnahmen.

Benjamin Weinmann, Genf
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Die Klimaaktivisten erhalten derzeit viele Spenden.

Die Klimaaktivisten erhalten derzeit viele Spenden.

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Zu Tausenden gehen sie auf die Strassen, um gegen die Klimaerwärmung zu protestieren. Doch die ideelle Arbeit kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Die Bewegungen sind auf Spenden angewiesen. Wie viel im vergangenen Jahr zusammengekommen ist, zeigt eine Recherche des Senders RTS. Demnach haben die Klima-Streikenden 2019 mehr als 660‘000 Franken an Spenden eingenommen.

Allein auf nationaler Ebene erhielten die Klimaaktivisten 450‘000 Franken, wie Julian Seiler vom Verein «Climatestrike Switzerland Finance» mit Sitz in Bern gegenüber RTS sagt. Kantonale Gruppierungen erhielten ebenfalls Zuschüsse.

«Climatestrike Switzerland Finance» veröffentlichte die Zahlen allerdings erst nach mehreren Wochen auf Anfrage des Senders. Die Gruppierung erklärt die Verzögerung damit, dass die Bewegung sehr schnell entstanden sei und sie aus Freiwilligen bestünde, die oft neben ihrem Studium dafür arbeiten. So sei die Zeit knapp gewesen, um einen transparenten Bericht vorzulegen.

80 Prozent der Spenden unter 100 Franken

45‘000 Franken wurden zum Beispiel für die Reise der Klimaaktivisten an ein europäisches Treffen in Aachen ausgegeben, und 210‘000 Franken für eine Propaganda-Publikation, die dort verteilt wurde.

So weit so transparent. Doch einzelne Namen von Einzelpersonen, Unternehmen und Institutionen fehlen im Bericht. Laut RTS sei einzig klar, dass 80 Prozent der Einnahmen aus Einzelspenden unter 100 Franken stammten. Zudem gab es mehrere grossen Spenden, unter anderem eine in der Höhe von 20‘000 Franken von einer «grossen Klima-Organisation in der Schweiz».

Laut Seiler überlege man sich, bei Spenden über 10‘000 Franken transparenter zu werden. Diese Handhabung gilt beispielsweise auch bei den Grünen.

Geld vom Kanton Waadt für Anlass mit Greta

Der Waadtländer Zweig der Klima-Bewegung erhielt laut RTS ebenfalls grosszügige Spenden, einerseits für eine Polit-Wahlkampagne sowie für den Klima-Gipfel SMILE, der vergangenen Sommer erstmals an der Universität Lausanne durchgeführt wurde in Anwesenheit von Greta Thunberg, der schwedischen Galionsfigur der Klimabewegung und insgesamt rund 400 jungen Menschen aus 37 Ländern.

Bemerkenswert ist, dass dafür der Kanton Waadt 10‘000 Franken gespendet hat, wie ein Sprecher gegenüber RTS bestätigt. Diese Überweisung habe man im Rahmen der kantonalen Unterstützung von Jugendaktivitäten getätigt, nicht etwa als Unterstützung der Klimastreik-Bewegung. Beim Gipfel habe es sich um eine demokratische Debatte während der Schulferien gehandelt.

Die Waadtländer Klimastreikenden erhielten zudem mehr als 110‘000 Franken von privaten Stiftungen mit Sitz in der Schweiz, Frankreich und Deutschland. Auch Greenpeace und die Kosmetikfirma Lush haben gespendet. Zwei grosse Spenden in der Höhe von 80‘000 und 20‘000 Franken bleiben allerdings auch hier anonym.

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