GEFÄHRDUNG DER SCHWEIZ: "Wir wären ein leichtes Ziel"

Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin sagt der Strategieexperte Albert A. Stahel im Interview, dass mit einem grösseren Anschlag in Deutschland irgendwann zu rechnen gewesen sei. Und er sagt, ob die Schweiz auch einen Terroranschlag zu befürchten hat. In St.Gallen wird die Sicherheitslage derweil stetig neu überprüft.

Richard Clavadetscher
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Der Strategieexperte Albert A. Stahel hält es für möglich, dass die Schweiz zum Ziel von Terroristen werden kann. (Bild: LUKAS LEHMANN (KEYSTONE))

Der Strategieexperte Albert A. Stahel hält es für möglich, dass die Schweiz zum Ziel von Terroristen werden kann. (Bild: LUKAS LEHMANN (KEYSTONE))

Albert A. Stahel, wie schätzen Sie den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin ein? Ist er mit Nizza vergleichbar?
Albert A. Stahel: Er geht in dieselbe Richtung. In diesen Täterkreisen  – so durch die Führung des Islamischen Staates – ist ja empfohlen worden, mit Lastwagen in Menschenansammlungen zu fahren. Dies ist bekannt geworden nach früheren Anschlägen in Deutschland.

Nach Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt (Bild: Keystone)
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GERMANY CHRISTMAS MARKET (Bild: Keystone)
Nach Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt (Bild: Keystone)
Nach Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt (Bild: Keystone)
Berlin in the wake of Christmas market attack (Bild: Keystone)
Berlin in the wake of Christmas market attack (Bild: Keystone)
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Counter-right protest in Berlin (Bild: Keystone)
Berlin in the wake of Christmas market attack (Bild: Keystone)
ITALY CHRISTMAS MARKET (Bild: Keystone)
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TERRORANSCHLAG, ANSCHLAG, LASTWAGEN, WEIHNACHTSMARKT, (Bild: Keystone)
Germany Christmas Market (Bild: Keystone)
Truck crashed into a Christmas market in Berlin (Bild: Keystone)
TERRORANSCHLAG, ANSCHLAG, LASTWAGEN, WEIHNACHTSMARKT, (Bild: Keystone)
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Germany Christmas Market (Bild: Keystone)
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TERRORANSCHLAG, ANSCHLAG, LASTWAGEN, WEIHNACHTSMARKT, (Bild: Keystone)
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GERMANY CHRISTMAS MARKET (Bild: Keystone)
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Truck crashed into a Christmas market in Berlin (Bild: Keystone)
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Möglicher Anschlag mit Lastwagen auf Weihnachtsmarkt (Bild: Keystone)
Truck crashed into a Christmas market in Berlin (Bild: Keystone)
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Truck crashed into a Christmas market in Berlin (Bild: Keystone)
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Truck crashed into a Christmas market in Berlin (Bild: Keystone)
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Möglicher Anschlag mit Lastwagen auf Weihnachtsmarkt (Bild: Keystone)
GERMANY CHRISTMAS MARKET (Bild: Keystone)
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Truck crashed into a Christmas market in Berlin (Bild: Keystone)
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Truck crashed into a Christmas market in Berlin (Bild: Keystone)
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Germany Christmas Market (Bild: Keystone)
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Möglicher Anschlag mit Lastwagen auf Weihnachtsmarkt (Bild: Keystone)
Möglicher Anschlag mit Lastwagen auf Weihnachtsmarkt (Bild: Keystone)
Truck crashed into a Christmas market in Berlin (Bild: Keystone)
Truck crashed into a Christmas market in Berlin (Bild: Keystone)
Truck crashed into a Christmas market in Berlin (Bild: Keystone)

Nach Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt (Bild: Keystone)


Nun Deutschland – haben Sie einen solchen Anschlag gerade in diesem Land erwartet?
Stahel: Nun gut, ich habe nicht erwartet, dass ein Weihnachtsmarkt angegriffen wird. Dass es aber irgendwann einmal einen grösseren Anschlag geben wird in Deutschland, das habe ich schon erwartet.

Weshalb?
Stahel: Aus zwei Gründen. Erstens ist Deutschland wie auch Frankreich Teil der Koalition, die den islamischen Staat bekämpft, zweitens sind in der jüngsten Vergangenheit sehr viele Flüchtlinge und sogenannte Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Sie kamen aus dem Mittleren Osten, aber auch aus Pakistan und Afghanistan. Was bei uns noch nicht ganz angekommen ist: In jener Region herrscht Krieg – ein grosser Krieg zwischen Schiiten und Sunniten. Er schwappt nun auch auf Europa über.

Zu verhindern sind Anschläge wie in Nizza und Berlin in einer offenen Gesellschaft wohl nicht?
Stahel: Ja und Nein. Es gibt hier ja zwei Massnahmen, die man ergreifen muss: Erstens braucht man Informationen über diese Kreise und ihre Absichten; sie sind auf nachrichtlichem Wege zu beschaffen. Hier muss sicher noch intensiver vorgegangen werden – insbesondere in Deutschland.

Und zweitens?
Stahel: Zweitens sind solche Grossanlässe besser abzusichern, besser zu schützen als dies heute der Fall ist.

Nachdem Frankreich und Deutschland nun betroffen sind, stellt sich natürlich die Frage nach der Gefährdung der Schweiz. Wie sehen Sie das?
Stahel: Wir haben ja eine ähnliche Infrastruktur wie diese beiden Länder – sogar noch dichter, enger. Von da aus gesehen, wären wir ein leichtes Ziel. Ob wir nun auch im Fokus dieser Kreise stehen? Vermutlich im Augenblick noch nicht, aber für die Zukunft ist das wohl nicht auszuschliessen.

Keine neuen Sicherheitsvorkehrungen in St.Gallen

In Österreich, den Niederlanden und Belgien werden die Sicherheitsvorkehrungen an Weihnachtsmärkten aufgrund der gestrigen Ereignisse in Berlin neu überprüft. In St.Gallen geschieht dies laufend. «Wir stehen in ständigem Kontakt mit Kanton und Bund», sagt Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen. «Aktuell gibt es keine konkreten Hinweise auf eine neue Gefährdungslage in der Ostschweiz beziehungsweise St.Gallen.» Dies solle aber nicht heissen, dass es keine Gefahren gibt. «Die Terror-Bedrohung ist seit den Anschlägen von Paris gesamteuropäisch grösser.» (tn)

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