Gedenkanlass am 11. April

Für administrativ Versorgte, ehemalige Verdingkinder, Heimkinder, Zwangssterilisierte und weitere Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen führt der Bund am 11. April einen nationalen Gedenkanlass in Bern durch.

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Für administrativ Versorgte, ehemalige Verdingkinder, Heimkinder, Zwangssterilisierte und weitere Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen führt der Bund am 11. April einen nationalen Gedenkanlass in Bern durch.

Akten zugänglich machen

«Es geht um eine moralische Wiedergutmachung», sagt alt Ständerat Hansruedi Stadler. Der Delegierte des Bundesrates hat die Anliegen von Betroffenen und Behörden zu koordinieren. «Einzelne Schicksale gehen mir nahe», bekennt er. «Da wurden viele Lebensträume zerstört.» Nun gelte es, den Betroffenen doch noch Gerechtigkeit zukommen zu lassen. Zentral ist für Hansruedi Stadler dabei auch die historische Aufarbeitung. Noch vorhandene Akten seien deshalb sicherzustellen und den Betroffenen zugänglich zu machen. Landesweit sind Anlaufstellen geplant, welche ihre Tätigkeit bis zum Gedenkanlass aufnehmen sollen. «Hier spielen die Kantone eine ganz wichtige Rolle», sagt Stadler.

«Lehren daraus ziehen»

Um administrativ Versorgte zu rehabilitieren, wird zudem ein Bundesgesetz ausgearbeitet. Eine Vernehmlassung ist eben durchgeführt worden. Offene Fragen seien jetzt konsequent anzugehen, sagt alt Ständerat Stadler, dessen Engagement über den 11. April hinaus gehen wird. «Die Gesellschaft muss das schwierige Kapitel unserer Geschichte wahrnehmen und ihre Lehren daraus ziehen.» Das Leid habe nicht vor 150 Jahren, sondern bis 1981 stattgefunden. Die Betroffenen lebten mitten unter uns. «Es wird für alle beteiligten Kreise ein anspruchsvoller Weg.» (eru)

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