Für Sterbehilfe in allen Spitälern und Heimen

BASEL. Sterbehilfe soll allen offenstehen, die in einem vom Kanton Basel-Stadt unterstützten Spital oder Alters- oder Pflegeheim sind. Das Parlament hat am Mittwoch eine Motion eines Freisinnigen mit dieser Forderung deutlich an die Regierung zur Stellungnahme überwiesen.

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BASEL. Sterbehilfe soll allen offenstehen, die in einem vom Kanton Basel-Stadt unterstützten Spital oder Alters- oder Pflegeheim sind. Das Parlament hat am Mittwoch eine Motion eines Freisinnigen mit dieser Forderung deutlich an die Regierung zur Stellungnahme überwiesen.

Der Entscheid fiel nach längerer Debatte mit 50 gegen 29 Stimmen bei 16 Enthaltungen. Für das Anliegen sprach sich primär die Linke aus, dagegen neben den christlichen Parteien auch FDP und LDP. In der Debatte war ein Altersgraben quer durch Parteien erkennbar: Dafür plädierten vor allem jüngere Parlamentsmitglieder.

Regierung dagegen

Die Regierung hatte den Vorstoss nicht entgegennehmen wollen. Sie wolle die Institutionen nicht zwingen, sagte Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP). Offene Fragen seien besser auf Bundesebene zu regeln. Heute steht den Basler Spitälern und Heimen frei, Sterbehilfe zuzulassen; einige tun dies auch, andere aber nicht.

Eingriff in Autonomie

Unter dem Strich lehnten Bürgerliche vor allem einen Eingriff in die Autonomie der Leistungserbringer ab. Angesichts des bestehenden Suizidhilfe-Angebotes sei der Vorstoss unnötig. Auch wurde Respekt gefordert für Angestellte, die etwa aus religiösen Motiven Suizid persönlich ablehnten, sowie für religionsbasierte Trägerschaften.

Ein LDP-Ratsmitglied und pensionierter Pfarrer predigte, es gebe «kein Recht auf Tod»; er sprach gar von einer «Perversion». Der Motionär konterte mit der Bundesverfassung, welche die Würde des Menschen vor alles stelle. (sda)