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«Für das Kind, nicht für die Kampagne da sein»

Das Recht des Kindes am eigenen Bild darf nicht übergangen werden, mahnt Laurent Sédano von Pro Juventute. Sie leben mit Kindern. Würden Sie sie für Politwerbung posieren lassen?
Laurent Sédano Medienexperte bei Pro Juventute (Bild: PD)

Laurent Sédano Medienexperte bei Pro Juventute (Bild: PD)

Das Recht des Kindes am eigenen Bild darf nicht übergangen werden, mahnt Laurent Sédano von Pro Juventute.

Sie leben mit Kindern. Würden Sie sie für Politwerbung posieren lassen?

Ich würde dem Kind die Vorlage, die Vorteile und Nachteile ausführlich erklären. Eine Unterhaltung wie «Das ist eine geniale Vorlage! Bist du dabei?» genügt nicht. Das Kind hat das Recht am eigenen Bild. Es muss die Veröffentlichung wollen. Die Erwachsenen können sie dann stellvertretend erlauben.

Welche Konsequenzen müssen die Erwachsenen erwähnen?

Dass es später berufliche Nachteile haben kann, wenn man sich für gesellschaftlich umstrittene Themen wie die Einwanderungsdebatte einsetzt. Ein Chef muss sich nach all den Jahren zuerst aber an die Geschichte erinnern können.

Kollegen könnten Sprüche reissen…

Ja, meist aber ernten Kinder eher Anerkennung, wenn sie auf einem Plakat abgebildet sind.

Können Kinder selber einschätzen, welche Auswirkungen ein Werbeengagement langfristig haben kann?

Im Alter von Basil, einem der Werbegesichter für den geordneten Atomausstieg, schon. Mit zwölf Jahren sind Kinder auch strafmündig. Trotzdem braucht es die Erwachsenen, die bei der Einschätzung helfen. Bei Babies ist das hingegen viel schwieriger.

Wann ist politische Werbung mit Kindern verwerflich?

Immer dann, wenn der Schaden gross sein könnte. Etwa wenn Kinder für rechtsradikale Anliegen benützt werden oder für eine Vorlage, deren Gegner vor Gewalt nicht zurückschrecken.

Wie unterstützen Eltern ihr Kind richtig, wenn es sich entschieden hat, mitzuwirken?

Sie müssen für das Kind da sein, falls ihm die Rückmeldungen zu viel werden. Und es trösten, wenn es sich über Sprüche ärgert. Wichtig ist, sich Zeit zu nehmen für das Kind, nicht für die Kampagne. (dbu)

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