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Fünf Bisherige sind gewählt

Drei FDP- und zwei SP-Regierungsmitglieder haben die Wiederwahl in den Waadtländer Staatsrat auf Anhieb geschafft. Ob die Kantonsregierung links-grün dominiert bleibt, zeigt sich nach der zweiten Runde in drei Wochen.

Das beste Resultat machte, nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Staatsratspräsident Pierre-Yves Maillard (SP), Finanzdirektor Pascal Broulis (FDP). Er erhielt 100051 Stimmen (60,4 Prozent), bei einem absoluten Mehr von 82804 Stimmen. Dicht hinter ihm folgt Sozial- und Gesundheitsdirektor Maillard. Das starke Regierungsduo Broulis und Maillard hatte bereits an den letzten Wahlen im Jahr 2012 am besten abgeschnitten, damals in umgekehrter Reihenfolge.

Die Vorsteherin des Raumplanungs- und Umweltdepartements, Jacqueline de Quattro (FDP), schaffte es auf Platz drei, gefolgt von ihrem Parteikollegen und Wirtschaftsdirektor Philippe Leuba. Infrastrukturdirektorin Nuria Gorrite (SP), die ebenfalls noch über dem absoluten Mehr lag, wurde als Fünfte ebenfalls im Amt bestätigt.

Die Chefin des Innendepartments, Béatrice Métraux von den Grünen, verpasste als Einzige der Bisherigen das absolute Mehr. Sie kam auf gut 48 Prozent und muss in den zweiten Wahlgang. Dasselbe gilt für die neu kandidierende SP-Frau Cesla Amarelle. Sie kommt mit 43,6 Prozent vorläufig auf den siebten und letzten Platz in der siebenköpfigen Regierung zu liegen und liess damit den neu kandidierenden Jacques Nicolet von der SVP hinter sich. Dieser erreichte 40,3 Prozent.

Links-grüne Frauen in Lauerstellung

SP-Nationalrätin Amarelle will den Sitz ihrer Parteikollegin und nicht mehr angetretenen Bildungsdirektorin Anne-Catherine Lyon erben. Sie bezeichnete ihr Resultat als «recht gut», räumte aber ein, dass ihr SVP-Mitstreiter um das vakante Amt Lyons nicht so weit hinter ihr liege wie prognostiziert. Nicolet habe aber von einem speziellen Listeneffekt profitiert, sagte Amarelle. Nicolet, der auf der Liste der FDP kandidierte, zeigte sich zufrieden mit seinem Resultat. Er kündigte an, dass er im zweiten Wahlgang am 21. Mai noch einmal antreten werde und bereit sei, über alle Themen zu diskutieren, sei es über soziale oder finanzpolitische. Die Umfragen hätten ihm nur 34 Prozent Wähleranteil vorausgesagt, nun habe er 40 Prozent erreicht, sagte Nicolet mit «grosser Genugtuung».

Der wiedergewählte FDP-Regierungsrat Broulis sagte befriedigt, dass das Waadtländer Volk begriffen habe, dass Lösungen im Gesamtinteresse gefunden werden müssten. Die Kampagne der Bürgerlichen sei gut gelaufen, und die Allianz zwischen FDP und SVP habe funktioniert. Die Restlichen der 15 Kandidierenden lagen mit Wähleranteilen von weniger als 10 Prozent auf den hinteren Rängen. Das beste Resultat der Aussenseiter machte der Besitzer einer Schuhkette, Guillaume Toto Morand, der bereits vor fünf Jahren mit seiner als unabhängig bezeichneten «Parti de rien» erfolglos kandidiert hatte. Die Wahlbeteiligung betrug gut 40 Prozent und war damit etwas tiefer als vor fünf Jahren. Im zweiten Wahlgang am 21. Mai wird sich zeigen, ob die Regierung links-grün dominiert bleibt oder ob die Mehrheit an die Bürgerlichen zurückgeht, welche diese 2011 anlässlich einer Ersatzwahl verloren hatten.

FDP legt zu, SVP und SP rutschen zurück

Der 150-köpfige Waadtländer Grosse Rat bleibt in bürgerlicher Hand. Die SVP und die FDP gewannen gestern zusammen gleich viele Sitze wie an den kantonalen Wahlen vor fünf Jahren. Sie stellen weiterhin 74 der 150 Abgeordneten. Die FDP als unverändert stärkste Kraft im Kantonsparlament konnte von 47 auf 49 Sitze zulegen. Die SVP büsste zwei Sitze ein und fiel von 27 auf 25 Mandate zurück.

Der Ausgang der Wahlen wurde im Vorfeld unter anderem als weiterer Test für die SVP gesehen, die in der Westschweiz zuletzt herbe Verluste eingefahren hatte. Auch wenn der grosse Aderlass diesmal ausgeblieben ist, so hat sich zumindest der Negativtrend bestätigt.

Als noch grössere Verliererin geht allerdings die SP aus dem Rennen. Die Partei holte nur noch 37 Sitze und damit 4 weniger als noch vor fünf Jahren. Dafür konnten die Grünen um 2 Sitze zulegen und halten neu 21 Mandate. Die Linksaussenparteien schliesslich erzielten 5 Sitze. Damit verloren die Linksparteien unter dem Strich 1 Sitz und stellen künftig noch insgesamt 63 Sitze im Waadtländer Grossen Rat.

Die übrigen Sitze konnte die sogenannte Mitte-Allianz auf sich vereinigen, die neu über 1 Mandat mehr und damit über insgesamt 13 Sitze verfügt. Zu dieser Allianz gehören auch die Grün­liberalen. (sda)

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