«Frauenrechte waren mein Matura-Thema»

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Marie Leuenberger Meine Figur der Nora Ruckstuhl ist eine durchschnittliche Hausfrau, ohne grosse Ambitionen, aber es schlummert in ihr ein Gerechtigkeitsempfinden, das durch die Situation 1971 geweckt wird. Und damit der Wunsch nach Selbstbestimmung und Selbstverantwortung. Es hat sich so viel verändert seither, beispielsweise in der Wortwahl. Das wirkt mit heutigem Sprachempfinden nicht nur altmodisch, sondern naiv. Davor, mir den St. Galler Dialekt anzueignen, hatte ich Respekt. Ich hatte die Dialoge von einer Schauspielerin im Dialekt gesprochen aufgenommen und konnte sie zu Hause in Berlin anhören und nachsprechen. Nach zwei Tagen üben hatte ich tatsächlich Halsweh wegen der vielen «Chr».

Die Rechte der Frauen waren einst mein Matura-Thema. Erst durch die Vorbereitungen für «Die göttliche Ordnung» wurde es wieder präsent. Ich bin 1980 geboren, habe die Situation also nicht miterlebt. Und doch ist diese Zeit noch so nahe, dass man seine Eltern danach fragen kann. Der Film erzählt von einer Gleichberechtigung, die noch nicht abgeschlossen ist. (notiert: as)