Frauenhandel

Frauen aus Osteuropa, Afrika, Südamerika oder Asien werden mit falschen Versprechen in die Schweiz gelockt – hier warten Ausbeutung und Zwangsarbeit, meist in der Prostitution.

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Frauen aus Osteuropa, Afrika, Südamerika oder Asien werden mit falschen Versprechen in die Schweiz gelockt – hier warten Ausbeutung und Zwangsarbeit, meist in der Prostitution. Drohungen, Gewalt, hohe Schulden, entwendete Papiere machen es den Opfern sehr schwierig, sich aus dieser Zwangssituation zu befreien. Das ist Frauenhandel. Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) schätzt die Zahl der Opfer auf 1500 bis 3000. Gesicherte Zahlen gibt es nicht. Sehr tief ist die Zahl der Strafverfahren und Verurteilungen. Von 2002 bis 2006 sind jährlich zwischen 20 und 50 Fälle von Menschenhandel angezeigt worden. Verurteilt wurden jährlich zwischen zwei und zwölf Personen. Die Strafen reichen von Geldbussen bis zu unbedingtem Freiheitsentzug von vier Jahren. Die Opfer bekommen einen Monat Bedenkzeit. Sind sie bereit zur Zeugenaussage, können sie während des Ermittlungsverfahrens in der Schweiz bleiben, sonst müssen sie die Schweiz verlassen. Nach einer Zeugenaussage können Opfer eine Härtefallbewilligung beantragen – allerdings mit geringen Chancen. Im Jahr 2006 blieben 39 Opfer nur während der einmonatigen Bedenkzeit in der Schweiz, drei bekamen bis zur Einvernahme eine Kurzaufenthaltsbewilligung, drei konnten dank einer Härtefallregelung länger bleiben. (spy)

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