Forschung von Schweizer Nobelpreisträger hilft bei der Impfstoff-Suche gegen das Corona-Virus

Ein US-Wissenschaftsmagazin berichtet über Fortschritte im Kampf gegen das tödliche Virus. Ein bekannter Akademiker aus der Romandie hat einen erheblichen Beitrag dazu geleistet. 

Benjamin Weinmann, Genf
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Jacques Dubochet, 77, von der Universität Lausanne gewann 2017 den Nobelpreis.

Jacques Dubochet, 77, von der Universität Lausanne gewann 2017 den Nobelpreis.

Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

Die Welt wartet auf einen Impfstoff gegen das Corona-Virus. Einen entscheidenden Beitrag dazu könnte die Forschung des Waadtländers Jacques Dubochet (77) liefern. Er hatte 2017 den Nobelpreis für Chemie erhalten für seine wissenschaftlichen Errungenschaften im Feld der Kryoelektronenmikrosopie.

Diese Technik steht nun im Vordergrund bei einem Team der Universität von Texas. Den US-Wissenschaftlern dank es dank der Kryoelektronenmikrospie innerhalb nur eines Monats, eines der Kern-Proteine des Corona-Virus zu entdecken, wie das US-Wissenschaftsmagazin Science schreibt. Dass es so schnell ging, ist Dubochets Forschung zu verdanken.

Erstmals derart effektiv und konkret

Wie RTS berichtet, ist dies das erste Mal, dass die Kryo-Elektronenmikroskopie – eine Technik, die Dubochet mit seinen Kollegen Joachim Frank und Richard Henderson entwickelt hatte –derart effektiv und konkret angewendet wurde.

Bei der Technik geht es darum, biologische Proben in hydratisierter Form schnell einzufrieren, so dass sie unter Vakuum mit Elektronenmikroskopen beobachtet werden können, ohne dass das darin enthaltene Wasser verdampft.

Die Kryo-Elektronenmikroskopie, eine Technik, für die der Waadtländer Jacques Dubochet 2017 den Nobelpreis für Chemie erhielt, ist der Ursprung eines schillernden Fortschritts in der Forschung, um einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus zu finden. Die Technik ermöglichte es US-Forschern in Texas, ein dreidimensionales Bild der Moleküle zu erstellen, einschließlich eines "Spike"-Proteins, das auf der Oberfläche des Virus positioniert ist. Dieses erlaubt es dem Virus, in die Lungenzellen einzudringen und sie zu infizieren. Laut dem Bericht arbeiten die Forscher nun an Massnahmen für eine bessere Diagnostik und schliesslich einen Impfstoff.