«Fokus nicht mehr primär auf Verkauf»: Wie die Offa ihre Besucherzahlen stabil hält

Während die Olma mit sinkenden Besucherzahlen kämpft, sind jene der Offa mit einem anderen 
Konzept auf hohem Niveau stabil. Doch der Kampf um Aussteller bleibt im Zeitalter der Digitalisierung aktuell.

Urs-Peter Zwingli
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Auch Pferde haben seit vielen Jahren ihren festen Platz an der Offa in St. Gallen. Bild: Michel Canonica (St. Gallen, 11. April 2018)

Auch Pferde haben seit vielen Jahren ihren festen Platz an der Offa in St. Gallen. Bild: Michel Canonica (St. Gallen, 11. April 2018)

Eine Halle mit einem Pop-up-Store für junge Designer, biologischer Fairtrade-Bettwäsche und CO2-neutral produzierter Streetwear. Mit diesem Angebot wartet die Offa in der Halle 2.1. unter dem Titel «Trendplattform» auf. «Wir streben an, immer wieder etwas Neues zu machen, um ein möglichst breites Publikum anzusprechen», sagt dazu Nicolo Paganini, Direktor der Olma-Messen in St.Gallen.

Bei der Offa, die ab heute zum 43. Mal stattfindet, funktioniert das gut: Die Messe verzeichnet seit Jahren praktisch konstante Besucherzahlen. 2016 wurde mit 98 000 Besuchern in fünf Tagen gar das beste Ergebnis seit zwei Jahrzehnten erzielt. Die Olma – das national bekannte Flaggschiff der Olma-Messen – kämpft hingegen seit Jahren mit einem Besucherrückgang. Die letzte Ausgabe der Messe war diesbezüglich die schwächste seit über 40 Jahren.

«Die Olma und die Offa sind nur begrenzt vergleichbar», sagt Paganini. Die Olma spreche schweizweit Besucher an, die Offa hingegen habe vor allem regional eine starke Ausstrahlung.

Spektrum an Themen
ist breit

«Und als Frühlings- und Trendmesse lässt sie uns mehr Freiheiten als die noch immer stark mit Landwirtschaft und Ernährung verbundene Olma», sagt Paganini. So werden in der Offa, die sich auch Themen wie Mode und Gesundheit widmet, regelmässig neue Formate eingeführt: Seit 2014 werden im Bereich Natur und Garten aufwendige Gartenlandschaften mitten im Messegelände gestaltet. Und in der Sonderschau TunOstschweiz werden seit 2015 Kinder und Jugendliche alle zwei Jahre mit spielerischen Experimenten an die Naturwissenschaften herangeführt.

Die Zahl der Aussteller an der Offa ist dieses Jahr mit 505 gesunken (Vorjahr 521). Geringe Schwankungen seien normal, sagt Paganini. «Aber klar, wir investieren heute deutlich mehr in die Akquise von Ausstellern als noch vor zehn Jahren.» Früher sei eine Messe ein Marktplatz gewesen, wo man neue Produkte erstmals zu sehen bekam. Das ist im Zeitalter von omnipräsentem Onlineshopping vorbei.

Heute gehe es darum, den Ausstellern deutlich zu machen, was eine Messe auch im Zeitalter der Digitalisierung noch leisten kann, sagt Paganini: «Sie ist ein Ort, an dem Unternehmen ihr Image pflegen, ihre Werte zeigen und Vertrauen zu den Kunden aufbauen können. Natürlich wird an Messen noch immer verkauft, aber der Fokus der Aussteller liegt nicht mehr primär darauf.»