Föhn fegt mit bis zu Tempo 183 km/h durch die Schweiz – die Ostschweiz kommt glimpflich davon

Föhnsturm Cornelius hat in der Nacht auf Donnerstag in der Schweiz für Winde mit Orkanstärke gesorgt. Auf dem Gütsch bei Andermatt wurde mit Böen von 183 km/h die stärksten Winde gemessen. In Altenrhein lagen die Windspitzen bei 117 km/h.

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Sturmwinde peitschen das Wasser des Urnersees in Brunnen SZ auf. (Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Sturmwinde peitschen das Wasser des Urnersees in Brunnen SZ auf. (Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER)

(sda/lw)

In der Schweiz tobte der Südföhn in den nördlichen Föhntälern am heftigsten, wie der Wetterdienst Meteocentrale mitteilte. Die Temperaturen sanken in den Alpentälern kaum unter 15 Grad, wie Meteonews mitteilt.

Der starke Wind war bis ins angrenzende Flachland und zum Bodensee spürbar. In Altenrhein etwa wurden Winde von Tempo 117 km/h und am frühen Morgen eine Temperatur von 16 Grad gemessen.

Böenspitzen in der Ostschweiz

Messstation Windböen in km/h
Säntis 108 km/h (4 Uhr)
St.Gallen 94.7 km/h (23 Uhr)
Güttingen 66.2 km/h (6 Uhr)
Bischofszell 50.4 km/h (6 Uhr)
Altenrhein 117.4 km/h (23 Uhr)
Steckborn 47.9 km/h (7 Uhr)

Grund für die kräftigen Südwinde ist das Tiefdruckgebiet Cornelius mit seinem Zentrum bei den Britischen Inseln. Auch in Frankreich wurde es verbreitet stürmisch.

Feuerwehr musste ausrücken

Im Kanton St.Gallen musste die Feuerwehr in der Nacht mehrfach ausrücken, wie ein Sprecher der Kantonspolizei sagte. In Kaltbrunn knickte der Wind eine Strassensignalisation, in Schmerikon fiel ein Baum auf ein parkiertes Auto, was zu geringem Sachschaden führte. Auch auf der Autobahn A1 auf Höhe Mörschwil wurde ein Auto von einem gestürzten Baum getroffen. Verletzt wurde niemand. In Staad wie auch in Oberriet stürzte ein Baum auf die Strasse, der von der Feuerwehr entfernt werden musste.

Auf der A13 zwischen Trübbach und Sevelen wurden Autofahrer am Donnerstagmorgen von wild an Bäumen flatternden Plastikplanen abgelenkt. Die Kantonspolizei musste wegen solchen Planen auf der Fahrbahn mehrfach ausrücken.

Vom Sturm verweht: Das Feld im Vordergrund ist etwa zur Hälfte abgedeckt. Die Vliesbahnen haben sich in den Bäumen verheddert. (Bild: Jessica Nigg)
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Das Vlies zu entfernen, wird nicht ganz einfach werden. (Bild: Jessica Nigg)
Eine potenzielle Gefahr: Die Vliesbahnen wurden über die Fahrbahnen der A13 geweht. (Bild: Jessica Nigg)
Das Werk des Windes: Sieht aus wie von Hand eingewickelt. (Bild: Jessica Nigg)
Neben den grossen Vliesbahnen ist der Wald in der Nähe des Feldes, das damit bedeckt war, verschmutzt mit Kleinteilen. (Bild: Jessica Nigg)
Hier ist das Problem nicht Mikroplastik in der Natur - sondern Makrokunststoff. (Bild: Jessica Nigg)
Verwirrend für Autofahrer: Die wehenden Vliesfetzen irritieren Fahrer. (Bild: PD)
Die Entsorgung der Vliesbahnen dürfte sich schwierig gestalten. (Bild: Jessica Nigg)

Vom Sturm verweht: Das Feld im Vordergrund ist etwa zur Hälfte abgedeckt. Die Vliesbahnen haben sich in den Bäumen verheddert. (Bild: Jessica Nigg)

In den Kantonen Thurgau, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden sind zum jetzigen Zeitpunkt keine Schadensmeldungen bekannt.

Im Verlauf des Donnerstagmorgens soll der Föhn zusammenbrechen. Dann folgt eine Kaltfront mit Regen und Schnee in den Bergen. Im Flachland erwarten die Meteorologen böigen Südwestwind mit lokal 60 bis 90 Kilometern pro Stunde.