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FINANZPLATZ: Maurer mit Bankern in Riad

Bundesrat Ueli Maurer ist nach Saudi-Arabien gereist. Nicht nur die Ankündigung erfolgt überraschend.
Balz Bruppacher

Bundesrat Ueli Maurer weilt seit gestern mit Spitzenvertretern der Schweizer Banken in Saudi-Arabien. Die Goodwill-Mission für den Schweizer Finanzplatz kommt in doppelter Hinsicht überraschend. Zum einen folgt sie auf den Schlag von Kronprinz Mohammed bin Salman gegen die Korruption, bei der auch reiche Kunden der Schweizer Banken im Visier waren. Zum anderen hatte der Nationalrat den automatischen Informationsaustausch von Steuerdaten mit Saudi-Arabien erst im zweiten Anlauf bewilligt, gegen die geschlossen stimmende SVP-Fraktion.

Die viertägige Reise, die am vergangenen Freitagnachmittag kurzfristig angekündigt worden war und die nach der ersten Etappe in Riad auch in die Vereinigten Arabischen Emirate führt, ist Teil der Finanzplatz-Promotion durch Maurer. Bei den offiziellen Gesprächen mit den Finanzministern der beiden Länder steht die Zusammenarbeit in Finanz- und Steuerfragen im Zentrum.

Starke Vertretung der Genfer Banken

Mauer wird unter anderem vom Staatssekretär für internationale Finanzfragen Jörg Gasser begleitet. Der Finanzplatz ist mit Spitzenvertretern der Banken Vontobel, Julius Bär, Pictet, Banque Bonhôte, Mirabaud, Genfer Kantonalbank, UBS und Citibank mit dabei, wie bei der Bankiervereinigung zu erfahren war. Die starke Vertretung der Genfer Banken erklärt sich mit der traditionellen Verbundenheit arabischer Kunden mit dem dortigen Finanzplatz.

Die amerikanische Citibank zählt den reichsten Araber, Prinz al-Waleed bin Talal, zu ihren Grossaktionären. Er war der prominenteste «Häftling» unter den Angehörigen der Königsfamilie und der saudischen Elite, die Kronprinz Mohammed vorübergehend im Hotel Ritz-Carlton in Riad festgesetzt hatte. Laut Medienberichten sind bin Talal und die meisten der Festgehaltenen gegen Vergleichszahlungen von Dutzenden von Milliarden Dollar inzwischen allerdings wieder auf freiem Fuss.

Die Verhaftungswelle beschäftigt auch die schweizerische Bundesanwaltschaft (BA), hat doch die Geldwäscherei-Meldestelle des Bundes mehrere Verdachtsmeldungen von Banken an sie weitergeleitet.

Nach eingehender Prüfung der bisher eingegangenen Verdachtsmeldungen seien weder Vermögenswerte blockiert noch Strafverfahren eröffnet worden, erklärte die Bundesanwaltschaft auf Anfrage unserer Zeitung. Die eingehenden Informationen würden fortlaufend geprüft. Über diesen Stand der Dinge liess sich vor der Abreise Maurers nach Riad auch das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) durch die BA orientieren, wie ein Sprecher sagte.

Balz Bruppacher

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