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Fête des Vignerons versucht Brückenschlag in andere Sprachregionen – kurzfristige Planänderung erregt Ärger

Am 18. Juli beginnt die Fête des Vignerons in Vevey. Die Vorverlegung der Premiere verärgert Frühbucher.
Gerhard Lob
Tausende Laiendarsteller nehmen an der Fête des Vignerons teil. Die Freiluftarena in Vevey bietet Platz für 20'000 Zuschauer. (Bild: epa/Keystone)

Tausende Laiendarsteller nehmen an der Fête des Vignerons teil. Die Freiluftarena in Vevey bietet Platz für 20'000 Zuschauer. (Bild: epa/Keystone)

Ein grosses Fest für die Sinne soll es werden. So zumindest hat es Daniele Finzi Pasca angekündigt, der Tessiner Theatermann und Choreograf, der in dem gewaltigen Spektakel die Regie führt. Die Herausforderung ist gross. Denn die Fête des Vignerons von Vevey ist nicht irgendein Weinfest, sondern eine Institution in der Westschweiz, eine Hymne an Mutter Erde, den Weinbau und die Rebenlandschaft, die nur einmal pro Generation ertönt. Veranstalter ist die örtliche Weinbruderschaft namens Confrérie des vignerons.

Die letzte Fête des Vignerons fand 1999 statt, nun beginnt am 18. Juli Ausgabe 2019. Tausende von Laiendarstellern nehmen teil. In der eigens errichteten Arena unter freiem Himmel auf dem Marktplatz von Vevey finden 20'000 Zuschauer Platz. Neben Folklore gibt es High-Tech, so ist etwa der ganze Boden der Hauptbühne ein LED-Bildschirm. 20 Vorstellungen sind bis 11. August vorgesehen, die Hälfte findet tagsüber, die andere Hälfte abends statt.

Verschiebung der Premiere sorgt für Irritationen

Just die anstehende Premiere mit der zusätzlichen Krönungszeremonie des besten Winzers am kommenden Donnerstag sorgt nun für einige Irritationen. Denn der Beginn der Veranstaltung wurde sehr kurzfristig von 11 auf 19 Uhr verschoben, die entsprechende Medienmitteilung nur auf Französisch publiziert. Da das Spektakel somit erst um 22.30 Uhr endet, kommen Besucher aus der deutschen oder italienischen Schweiz nicht mehr am gleichen Tage nach Hause. Natürlich sorgte dies für Ärger bei einigen Frühbuchern. Nach einem anfänglichen «Njet» hat sich die Organisation laut SRF nun bereit erklärt, Tickets zurückzuerstatten, wenn ein Besuch aufgrund der Zeitverschiebung nicht möglich sein sollte.

Die Angelegenheit ist umso bedauerlicher, als die Fête des Vignerons dieses Jahr erklärtermassen den Brückenschlag in die anderen Sprachregionen sucht. Die Deutschschweizer Kantone und das Tessin haben die Einladung gerne angekommen; es gibt etliche Kantonstage – das Tessin hat etwa eine «Maison Ticino» eingerichtet. Zudem erstaunt diese Verschiebung, da man etliche Jahre Zeit hatte, sich über den Zeitpunkt der Premiere Gedanken zu machen. Laut Pressestelle war die Eröffnungsveranstaltung aber die am schlechtesten gebuchte Show. Damit Einheimische nicht extra einen Arbeitstag freinehmen mussten, habe man die Veranstaltung eben auf den Abend verlegt.

2006 als immaterielles Kulturerbe anerkannt

Zurück geht das Winzerfest übrigens auf das 17. Jahrhundert, als alles mit einem simplen Umzug durch die Stadt begann. Im Jahre 1797 wurde aus dem Umzug schliesslich ein Weinfest. Die steigenden Kosten bewirkten, dass nur fünf Feste pro Jahrhundert finanzierbar waren. Bisher gab es daher nur elf Fêtes des Vignerons. 2006 erfolgte die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe – die erste dieser Art für die Schweiz. Das Winzerfest zeige gut auf, hiess es in der Begründung, wie eine lebendige Tradition mit dem Unesco-Weltkulturerbe – in diesem Fall mit der Landschaft des Weingebietes Lavaux – verbunden werden kann.

Derweil gehen die Vorbereitungen auf das grosse Event weiter. Regisseur Daniele Finzi Pasca, der bereits Grossveranstaltungen wie die Schlusszeremonien für die Olympischen Spiele 2006 in Turin und 2014 in Sotchi konzipierte, stellt weniger den Wein selber ins Zentrum seiner Geschichte, so wie es die Tradition eigentlich verlangt, sondern die Menschen, welche ihn machen. Seine Protagonistin ist ein Mädchen, welches von ihrem Grossvater, einem Winzer der Lavaux-Region, durch das Leben der Weinbauern geführt wird. Die Geschichte dreht sich um das Handwerk des Weinbaus während der vier Jahreszeiten, gezeigt in zwanzig Bildern. So wie der Grossvater das Mädchen an der Hand führt, wird das Publikum in eine magische und emotionale Welt entführt, in der sich Mensch und Natur begegnen. «Es wird Leichtigkeit und zugleich Tiefgang geben», verspricht der Tessiner Regisseur.

Aufführungen

Zwischen dem 18. Juli und 11. August sind 20 Aufführungen geplant. Für alle Termine gibt es noch Tickets. www.fetedesvignerons.ch

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