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Fehlgeburten: Es braucht einen Rahmen für die Trauer

Autor Balz Bruder über die fehlende Möglichkeit für Eltern, eine Fehlgeburt amtlich zu dokumentieren.
Balz Bruder
Autor Balz Bruder.

Autor Balz Bruder.

Die Diskussion ist nicht einfach. Technisch nicht. Rechtlich ebenso wenig. Und schon gar nicht psychologisch. Dabei sind sich alle einig: Es ist überfällig, dass Eltern hierzulande nach einer Fehlgeburt die Möglichkeit haben sollen, das schmerzliche Ereignis dokumentieren zu lassen. Freiwillig, versteht sich, aber mit amtlichem Siegel.

Der Weg dahin ist allerdings möglicherweise steiniger, als sich dies der Bundesrat vorstellt. Er schlägt zwar eine pragmatische und kostengünstige Lösung vor, indem die Beurkundung im elektronischen Personenstandsregister erfolgen soll. So, wie es heute schon für Totgeborene der Fall ist.

Doch dagegen regt sich Widerstand. Sowohl die Zivilstandsbehörden als auch der Gemeindeverband und zahlreiche Kantone monieren die unzureichende Rechtsgrundlage für die Ausdehnung der Registrierungsmöglichkeiten. Das ist der eine Punkt. Der andere: In der Praxis werden sich bei der Registrierung durch Mütter, mögliche Väter, Personen ausländischer Herkunft usw. knifflige Fragen stellen.

Eine vernünftige Lösung könnte vor diesem Hintergrund so aussehen: Die Zivilstandsämter stellen den Eltern für Tot- und Fehlgeburten ein amtliches Dokument aus, das dem Schicksalsschlag erstens ein Format gib und zweitens den Weg zur Bestattung ebnet. Das ist es, worum es geht. Und nicht darum, durch den Akt der Beurkundung zum Beispiel internationalen Vorgaben über die Fehlgeburten-Statistik gerecht werden zu wollen.

Die Botschaft ist klar: Die Behörden stehen in der Pflicht, Eltern von Engelskindern das Trauern im Rahmen des Möglichen zu erleichtern. Das hat nicht nur, aber auch mit Anerkennung zu tun, ohne Beurkundung sein zu müssen.

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