FDP bleibt trotz Verlusten stärkste Partei im Tessin

BELLINZONA. Die europakritische Tessiner Bewegung Lega dei Ticinesi kann nach den Kantonswahlen im April auch bei Nationalratswahlen einen Erfolg verbuchen. Gegenüber 2011 legt sie um mehr als 4 Prozentpunkte auf 21,7 Prozent beim Wählerstimmenanteil zu.

Gerhard Lob
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BELLINZONA. Die europakritische Tessiner Bewegung Lega dei Ticinesi kann nach den Kantonswahlen im April auch bei Nationalratswahlen einen Erfolg verbuchen. Gegenüber 2011 legt sie um mehr als 4 Prozentpunkte auf 21,7 Prozent beim Wählerstimmenanteil zu. Damit erreicht sie den zweiten Platz nach der FDP, die es auf 23,7 Prozent brachte, aber leichte Verluste verzeichnen muss.

Wechsel bei der SVP

Da die Lega eine Listenverbindung mit der SVP (10,75 Prozent) eingegangen ist, konnte sie ihre beiden bisherigen Nationalräte Lorenzo Quadri und Roberta Pantani problemlos verteidigen. Bei der SVP kam es hingegen etwas überraschend zu einem Wechsel. Der Bisherige Pierre Rusconi wurde abgewählt. Für ihn wird Marco Chiesa nach Bern fahren.

Die FDP verfehlte ihr Wahlziel, den vor vier Jahren an die Lega/SVP verlorenen dritten Nationalratssitz zurückzuerobern, somit deutlich. Giovanni Merlini und Ignazio Cassis werden als Bisherige die Fahnen des Tessiner Freisinns in Bern hochhalten. Auch bei den anderen Parteien wurden alle bisherigen Nationalräte bestätigt. Die Tessiner CVP rutschte im Parteienranking gegenüber 2011 zwar auf den dritten Rang (18,25 Prozent), wird aber weiterhin zwei Nationalräte stellen und die Bisherigen Marco Romano und Fabio Regazzi in die Grosse Kammer entsenden. Enttäuschend ist das Ergebnis für die SP. Klar bestätigt wurde zwar Marina Carobbio, doch der Wähleranteil sinkt gegenüber 2011 von 16,6 auf 14,9 Prozent. Die Linke hatte keine tragende Listenverbindung zustande gebracht.

Absolutes Mehr verfehlt

Bei den Ständeratswahlen hat erwartungsgemäss der Bisherige Filippo Lombardi (CVP) das beste Wahlresultat (43 897 Stimmen), dies vor Fabio Abate (FDP) mit 40 504. Doch Battista Ghiggia als Kandidat der Lega/SVP konnte viele Stimmen auf sich vereinigen (36 307). Da verspricht der zweite Wahlgang nochmals Spannung. Kein Kandidat erreichte das absolute Mehr.

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