FAHRDIENST: Uber legt trotz Kritik in der Schweiz stark zu

Uber verdoppelt sein Geschäft alle sechs Monate und will wegen der Suva vor Gericht gehen.

Dominik Buholzer
Merken
Drucken
Teilen

Die Gewerkschaft Unia hat sich gegen den US-Technikriesen eingeschworen, und mit der Suva liegt Uber wegen der Anstellungsbedingungen seiner Fahrer im Clinch. Dem Erfolg des Unternehmens tut dies aber keinen Abbruch. «Wir verdoppeln in der Schweiz alle sechs Monate unser Geschäft», sagte Rasoul Jalali, Uber-General-Manager in der Schweiz, Österreich und Deutschland, am Freitag am Rande des World Tourism Forum Lucerne gegenüber unserer Zeitung.

Uber ist eine Alternative zu herkömmlichen Taxis und bietet seine Dienste in der Schweiz in Zürich, Basel, Genf und Lausanne an. Der Fahrservice funktioniert ausschliesslich über eine Smartphone-App. Der Benutzer sieht dank der nicht nur, wo sich das Uber-Auto gerade befindet, sondern auch, wie lange die Fahrt voraussichtlich dauern und was sie kosten wird.

Abgerechnet wird über die zuvor registrierte Kreditkarte. 20 Prozent des Fahrpreises gehen an Uber, der Rest an den Fahrer.

Mittlerweile über 100 000 aktive Kunden

Angaben, ob der Betrieb in der Schweiz nach vier Jahren mittlerweile profitabel ist, will Uber-Chef Jalali keine machen. «Wir sind keine öffentliche Gesellschaft», betont er. Aber er sagt: «In Zürich haben wir gut 100 000 aktive Kunden, über 1000 Fahrer, und im Durchschnitt dauert es viereinhalb Minuten, bis das Fahrzeug bei Ihnen ist.»

Jalali macht keinen Hehl daraus, dass Uber sein Geschäftsmodell gerne auf weitere Schweizer Städte ausweiten würde: «Bern ist ein Thema, St. Gallen auch und natürlich Luzern», sagt er. Ein Fahrplan existiert jedoch nicht. «Wir wollen zuvor die Abdeckung und Zuverlässigkeit unseres Dienstes an den bestehenden Orten erhöhen», erklärt Jalali.

Der Fall könnte bis vor Bundesgericht gelangen

Mit ein Grund dürfte aber auch sein, dass sich Uber noch immer im Clinch mit der Suva befindet. Für die Versicherungsgesellschaft sind Uber-Fahrer Angestellte und keine Selbstständigen, also soll der Konzern Sozialversicherungsabgaben zahlen.

Uber sieht dies anders, ist mit einer Einsprache aber bei der Suva abgeblitzt. Uber gehe es da nicht anders als den Taxizentralen, so Jalali, denn auch sie klagten dagegen, dass die Suva ihre angeschlossenen Fahrer als Angestellte einordnet.

Das Ganze wird ein Fall für die Justiz. «Wir gehen nach aktuellem Stand davon aus, dass in dieser Sache die Gerichte entscheiden müssen», sagt Suva-Mediensprecher Takashi Sugimoto. Das sieht auch Uber-Chef Jalali so. Die Suva schliesst nicht aus, dass die Angelegenheit bis vor Bundesgericht gelangt.

Die Suva beurteile aber nicht das Geschäftsmodell, so Sugimoto: «Die Suva prüft in jedem Einzelfall separat, ob die Bedingungen für die selbstständige Erwerbstätigkeit erfüllt sind.» Allerdings hätte ein Bundesgerichtsentscheid wegweisenden Charakter.

Dominik Buholzer