Expo 2027: Lernen von Mailand

Die Expo in Mailand steht vor der Tür, die Expo 2027 Bodensee-Ostschweiz ist noch in weiter Ferne. Die Verantwortlichen des hiesigen Anlasses wollen aber doch von den Schweizer Erfahrungen in Mailand profitieren.

Regula Weik
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Mailand ist weit voraus – zeitlich. Und Mailand ist weltumspannend. 140 Teilnehmerländer sind an der Expo in Mailand präsent. Wie viele Kantone sich dereinst an der Expo 2027 Bodensee-Ostschweiz tummeln werden, ist offen. Heute sind es drei Trägerkantone – Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen und Thurgau. Appenzell Innerrhoden, ein naheliegender Kandidat, wartet ab und beobachtet. Daran hat auch die Zusage des Bundesrats nichts geändert, die Ostschweizer bei ihren Vorbereitungsarbeiten zu unterstützen – bis zum Vorliegen der Machbarkeitsstudie. Finanziell engagiert sich der Bund in dieser Phase nicht. Um Geld geht es in den nächsten Tagen dennoch.

Finanzen abstecken

Jetzt sind nämlich die Parlamente der drei Kantone am Zug; sie müssen noch dieses Jahr Farbe bekennen und erstmals Beiträge sprechen. Am Freitag informieren die drei Regierungen über die Kreditvorlagen an die Parlamente, über «finanzielle Dimension und Kostenteiler».

Mailand schreibt derzeit wegen des Geldes Schlagzeilen. Explodierende Kosten, Korruptionsvorwürfe, Bauverzögerungen. Finanzen und Expo sind ein heikles Thema. Auch hierzulande. Die ausufernden Kosten der letzten Landesausstellung sind haften geblieben. «Maximal 50 Prozent der Gesamtkosten und höchstens eine Milliarde Franken.» Der Bundesrat hat seinen Anteil für die Expo in der Ostschweiz bereits abgesteckt – lange bevor er definitiv darüber entscheidet. Die Ostschweizer Bewerbung wird ihm 2018 vorliegen.

Organisation interessiert

Eine Delegation der Ostschweizer Expo wird nach Mailand reisen – nicht, um sich dort finanzpolitisch weiterzubilden. Es interessieren andere Fragen, vor allem organisatorische – Strukturen, Partner und auch Stolpersteine. Die Ostschweizer wollen von der Erfahrungen der Verantwortlichen des Schweizer Pavillons in Mailand profitieren – auf dass es 2027 rund läuft.