Ex-Wegelin-Banker soll neuer Botschafter in Iran werden

Der Notenstein-Banker und Ex-Wegelin-Mann Giulio Haas soll den Posten als Schweizer Botschafter in Teheran übernehmen. Die Spitze des Aussendepartements EDA hat unlängst alle Schweizer Botschaften über den Entscheid des Bundesrats informiert, die nötige Zustimmung des Irans steht noch aus.

Tobias Gafafer
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Giulio Haas. (Bild: pd)

Giulio Haas. (Bild: pd)

Der Notenstein-Banker und Ex-Wegelin-Mann Giulio Haas soll den Posten als Schweizer Botschafter in Teheran übernehmen. Das zeigen Recherchen unserer Zeitung. Die Spitze des Aussendepartements EDA hat unlängst alle Schweizer Botschaften über den Entscheid des Bundesrats informiert. Die nötige Zustimmung Irans steht jedoch noch aus. Deshalb sollte der Name vorerst nicht an die Öffentlichkeit gelangen.

Giulio Haas. (Bild: pd)

Giulio Haas. (Bild: pd)

Haas soll auch die USA vertreten
Der Personalentscheid des vorsichtigen Aussenministers Didier Burkhalter überrascht Beobachter. Haas war bis zum Abgang vom EDA 2008 zwar 20 Jahre lang Diplomat. Danach wechselte er als Leiter der neuen Filiale Chur zur Bank Wegelin. Diese ging Ende Januar an die neue Raiffeisen-Tochter Notenstein über. Doch die US-Justiz klagte Wegelin wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung an. Als Botschafter in Teheran soll Haas auch die Interessen der USA vertreten. Dies tut die Schweiz seit 1980.

Transparenz über Rochaden
Die Ernennung ist noch nicht definitiv. Dass das EDA intern bereits über vom Gastland nicht bestätigte Rochaden informiert, ist neu. Sprecher Tilman Renz bestätigt: Personelle Entscheide würden intern «im Sinne der Transparenz» offener kommuniziert. Weil das grüne Licht des Gastlandes aussteht, kann das EDA die Ernennung aber nicht bestätigen – aus Rücksicht auf internationale Gepflogenheiten. Man werde Namen von Missionschefs weiter erst dann offiziell nennen, wenn die Zustimmung des Gastlandes vorliege, sagt Renz.

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