«Es gab Drohungen»

Herr Martinelli, Sie kaufen Herzschrittmacher und andere Medizinprodukte direkt in Deutschland ein. Wie gross ist der Preisunterschied?

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Enea Martinelli Chefapotheker Spitäler FMI

Enea Martinelli Chefapotheker Spitäler FMI

Herr Martinelli, Sie kaufen Herzschrittmacher und andere Medizinprodukte direkt in Deutschland ein. Wie gross ist der Preisunterschied?

Der Unterschied ist riesig. Damit habe ich grosse Mühe. Wir bezahlen rund 60 Prozent mehr, aber im Zwischenhandel geht etwas verloren. Wir sparen aber immer noch rund 30 Prozent auf den Preis ein, den wir hier bezahlen würden.

Bei anderen Spitälern haben die Importeure jeweils rasch interveniert. Wie gehen Sie vor?

Es braucht ein breites Netzwerk von Lieferanten, damit man ausweichen kann. Es ist leider völlig normal, dass die Hersteller in erster Linie versuchen, die Kanäle zu stopfen statt die Preise zu senken.

Wie haben die Importeure der Medizinprodukte reagiert?

Die einen hatten ein gewisses Verständnis. Es sei auch für sie gut, wenn die Transferpreise sänken. Andere reagierten mit Drohungen und warfen uns illegales Handeln vor.

Illegal ist der Parallelimport von Medizinprodukten ja nicht.

Nein, im Prinzip haben die Spitäler dabei absolut freie Hand. Sie müssen bloss ein paar Regeln einhalten und etwa die Produkte-Haftpflicht geklärt haben. Und bei Medikamenten ist der Parallelimport nur dort illegal, wo der Staat den Preis festsetzt. Weiter besteht eine Zulassungspflicht. (tga)