Kommentar

Es braucht eine andere Lösung für den Wolf

Nach dem knappen Nein zum neuen Jagdgesetz muss sich die Politik rasch daran machen, eine schlanke Lösung für den Umgang mit dem Wolf zu finden.

Dominic Wirth
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Dominic Wirth, Inlandredaktor.

Dominic Wirth, Inlandredaktor.

Mareycke Frehner

Schon im Abstimmungskampf um das neue Jagdgesetz ging es hoch zu und her. Das grosse Finale wurde nun zu einem regelrechten Krimi. Es sieht am Sonntagnachmittag zuerst nach einem Ja aus, dann nach einem Nein. Und dabei bleibt es am Ende: Das neue Jagdgesetz wird knapp abgelehnt.

Es sind vor allem die städtischen Gebiete im Unterland, die nichts wissen wollten vom neuen Umgang mit dem Wolf. Und die mit ihrem Nein auch zum Ausdruck bringen, dass ihnen die Artenvielfalt am Herzen liegt. Ein Zeichen, das Bundesrat und Parlament ernst nehmen sollten. Zum einen, wenn sie weitere umweltpolitische Themen an die Hand nehmen. Zum anderen, wenn sie die Neuauflage des Jagdgesetzes beraten.

Dass es eine solche braucht, steht ausser Frage. In den Bergkantonen hat man das Nein aus dem Unterland mit einer Mischung aus Resignation, Enttäuschung und Wut zur Kenntnis genommen. Unsere Sorgen interessieren halt nicht: den Satz hört man dort sonst schon oft. Diese Stimmen sehen sich nun bestätigt. Das sind Misstöne, die das Alpenland Schweiz ernst nehmen muss. Am besten, indem rasch ein abgespecktes Jagdgesetz aufgesetzt wird. Eines, das eine weitergehende Regulierung der rasch wachsenden Wolfbestände ermöglicht – aber gleichzeitig nicht am Prinzip rüttelt, dass der Bund vor einem Abschuss das letzte Wort haben muss.