Erhöhter Druck im Herkunftsland

Die italienische Mafia ist in der Schweiz auf dem Vormarsch. Das zeigt der gestern den Medien in Bern präsentierte Jahresbericht des Bundesamtes für Polizei (Fedpol). Das Papier fasst die Bedrohungslage für die Schweizer Bevölkerung zusammen. Im Fokus steht dabei die organisierte Kriminalität.

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Die italienische Mafia ist in der Schweiz auf dem Vormarsch. Das zeigt der gestern den Medien in Bern präsentierte Jahresbericht des Bundesamtes für Polizei (Fedpol). Das Papier fasst die Bedrohungslage für die Schweizer Bevölkerung zusammen. Im Fokus steht dabei die organisierte Kriminalität. Dabei hat die Bundespolizei Gruppen aus Georgien, Südosteuropa, aber auch aus Westafrika im Visier – und dies seit mehreren Jahren. Laut dem Fedpol nutzen aber immer mehr Ableger von italienischen Mafia-Organisationen die Schweiz für Geldwäscherei und als Rückzugsgebiet. Besonders die 'Ndrangheta, die Vereinigung der kalabrischen Mafia, fasst in der Schweiz zunehmend Fuss. Grund dafür sei, dass die italienischen Behörden den Druck auf die Mafia in deren Heimat stetig erhöhen, heisst es im Fedpol-Bericht. Um der Strafverfolgung zu entgehen, wandern die Organisationen quasi aus. Neu ist der Bundespolizei zudem aufgefallen, dass sich die 'Ndrangheta nicht mehr nur auf die «klassischen» Aktivitäten wie Menschen-, Waffen- und Drogenhandel sowie Geldwäscherei beschränkt. Vielmehr nehmen kleinkriminelle Delikte wie Raub oder Einbruch zu, die auf das Konto mafiöser Organisationen gehen. Gemäss dem Fedpol-Bericht ist diese Entwicklung bereits seit 20 Jahren im Gang. (red.)