Er hat ihn mitentdeckt: Bundesrat Ueli Maurer über den neuen SVP-Präsidenten Marco Chiesa

Als Parteipräsident gründete Maurer unzählige Ortssektionen. Im Tessin wurde er dabei bereits vor 15 Jahren auf Marco Chiesa aufmerksam.

Doris Kleck
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Bundesrat Ueli Maurer während einer Medienkonferenz.

Bundesrat Ueli Maurer während einer Medienkonferenz.

Peter Klaunzer / KEYSTONE
Der neue Parteipraesident Marco Chiesa spricht an der Delegiertenversammlung der SVP Schweiz.

Der neue Parteipraesident Marco Chiesa spricht an der Delegiertenversammlung der SVP Schweiz.

Ennio Leanza / KEYSTONE

Ueli Maurer ist eine Instanz in der SVP. Nicht nur, weil er seit 2008 die Partei im Bundesrat vertritt. Sondern vor allem, weil er die nationale SVP zwischen 1996 bis 2008 führte, dabei zwölf neue Kantonalparteien sowie 600 lokale Sektionen gründete und die SVP als wählerstärkste Partei der Schweiz etablierte.

Ueli Maurer bezeichnet Marco Chiesa als eine gute Wahl. Und er verrät am Rande der Delegiertenversammlung in Brugg: «Ich habe Marco Chiesa mitentdeckt.» Es gebe sogar ein Bild von ihm, als er Chiesas Zwillinge auf dem Arm halte, als diese noch Babies waren. Chiesa sei ihm schon vor 15 Jahren aufgefallen, als dieser noch kein politisches Mandat inne hatte. Denn der Tessiner habe ein gutes Gefühl für die Menschen und die Parteibasis, habe Charme und sei hartnäckig in den wichtigen Themen, so Maurer. Parteiintern werde Chiesa «Nullprobleme» haben, dank seinem empathischen Wesen und seiner Bodenständigkeit. Die andere Frage sei, wie die Medien mit ihm umgehen werden. Die Kunst des SVP-Präsident bestehe darin, Milliardäre und Bergbauern zusammen zu bringen. Maurer zweifelt nicht daran, dass Chiesa dies gelingen wird.

Angesprochen auf die beschränkten Deutschkenntnisse von Chiesa meint Maurer, für Direktsendungen auf Deutsch brauche er wohl etwas Anlaufzeit. Entscheidend sei aber ohnehin, dass ein Parteipräsident die drei wichtigsten Botschaften transportieren könne. Mehr könnten sich die Menschen ohnehin nicht behalten. Bei Maurer lauteten sie: «Gegen illegale Einwanderung, höhere Steuern und den EU-Beitritt.» Ganz anders wird es bei Marco Chiesa wohl auch nicht tönen.